1991 - 1999
(201-1) Am 21. April 1991 brannte auf einem Anwesen an der Suttnerstraße ein Wohnwagen von einem Anwohner, der der Feuerwehr kein Unbekannter war. Da auch nebenan Gebäudeteile gefährdet waren, war das Löschen mit großen Wassermengen, da Eile geboten war, erforderlich. Die Polizei schätzte den gesamten Sachschaden auf 50.000 DM.

(201-2) Die Mitglieder des L√∂schzuges nahmen an Turnieren der Eilendorfer Nichtfu√üballer teil. Da die Feuerwehr, im Gegensatz zu den anderen teilnehmenden Vereinen, nicht √ľber trainierte Fu√üballer verf√ľgte, waren die Niederlagen vorprogrammiert. Als bei einem Vorrundenspiel die Feuerwehrmannschaft im Torr√ľckstand war, gingen "zuf√§llig" die Sirenen, die die L√∂schzugmitglieder zum Einsatz riefen. Das Spiel wurde abgebrochen. Die Presse schrieb: "Alarm - da rannten die Spieler weg."

(203-1) Als Reporter der Aachener Volkszeitung in den Jahren 1991 und 1992 Portr√§ts √ľber Aachener B√ľrger ver√∂ffentlichten, konnte man am 17. August 1991 unter der √úberschrift: "Eilendorfer Feuerwehrmann f√ľr alle F√§lle" √ľber den L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion lesen: Presse

(203-2) Im Gegensatz zur Meinung vieler B√ľrger, wird von den Mitgliedern des L√∂schzuges Eilendorf w√§hrend Einsatz- und √úbungsarbeiten kein Alkohol getrunken. Sollte ein Mitglied dies trotz Verbot machen, verliert er nicht nur den Versicherungsschutz, ihn erwartet auch eine Abmahnung durch den L√∂schzugf√ľhrer und bei Wiederholung von der Wehrleitung. Das Foto zeigt den L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion, nachdem er einen Kasten Bier, den ein B√ľrger "gut gemeint" spendiert hatte, in Verwahr nahm. Bei Festveranstaltungen und besonderen Anl√§ssen sind auch die L√∂schzugmitglieder keine Antialkoholiker.

(204-1) Im Zusammenhang mit der Brandschutzwoche 1991 berichtete die "Aachener Volkszeitung" am 22. August dar√ľber, wie viel Geld die St√§dte und Gemeinden durch die Freiwilligen Feuerwehren j√§hrlich sparen. Leider gibt es aber immer noch viele Stadt- und Gemeinderatsmitglieder, aber auch B√ľrger, die der Meinung sind, dass die Feuerwehrger√§te und Fahrzeuge Spielzeuge f√ľr "gro√üe Jungs" seien. Dass dies nicht so ist, beweisen die Feuerwehren tagt√§glich durch ihre Brand- und Hilfeleistungseins√§tze.

(204-2) Eine Begebenheit, die wahrscheinlich einmalig in der Geschichte der Feuerwehr ist, darf in dieser Dokumentation nicht fehlen. Aufgrund der Zusammenarbeit des L√∂schzuges mit der Russisch Orthodoxen Kirche im humanit√§ren Bereich, besuchte der Russ.-Orthodoxe Erzbischof Longin die Mitglieder des L√∂schzuges, um bei den Sortierarbeiten der Hilfsg√ľter zu helfen und um sich von der Qualit√§t deren √ľberzeugen zu k√∂nnen. W√§hrend seines Besuches erfolgte ein Alarm zu einem Einsatz. Da der Erzbischof ein in Finnland ausgebildeter Feuerwehrmann war, wurde ihm schnell (von einem nicht erschienenen Mitglied) eine Einsatzuniform gegeben, und er fuhr mit der Mannschaft zur Einsatzstelle. Nach der R√ľckkehr freute er sich √ľber die M√∂glichkeit der Teinahme am Einsatz sehr.


(205-1) Heinrich Thomas, fr√ľherer Eilendorfer Gemeindedirektor, dem besonders die Eilendorfer Feuerwehr viel zu verdanken hat, verstarb im Februar 1992 im Alter von 84 Jahren. F√ľr seine Verdienste um die Feuerwehr Eilendorf wurde er zu Lebzeiten vom Deutschen Feuerwehrverband mit dem Ehrenzeichen in Silber und durch den Stadtfeuerwehrverband Aachen mit der Ehrennadel der h√∂chsten Stufe geehrt.
Von Heinrich Thomas stammt der Spruch: Manche Leute halten ihren eigenen Vogel f√ľr den Heiligen Geist. Anmerkung: Mit dieser Aussage hatte er recht.

(205-2) 1992 wurde der L√∂schzug alarmiert, um am Nirmer Tunnel Hilfe zu leisten. An der Einsatzstelle erfuhren die Einsatzkr√§fte den Grund der Alarmierung. Leichenteile einer Person, die den Freitod gew√§hlt hatte, sollten gesucht werden. Bevor die Suche begann, entschied der Amtsleiter, dass eine solche Aufgabe nur von hauptamtlichen Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr durchgef√ľhrt werden muss. Seit diesem Zeitpunkt werden Eins√§tze dieser Art grunds√§tzlich nur noch von Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr √ľbernommen. -klick-

(205-3) In fr√ľheren Jahren war die T√∂tung von Wespen, die ihr Nest in oder an Wohnh√§usern gebaut hatten, eine Aufgabe der Feuerwehren. Nach Inkrafttreten von neuen Gesetzen d√ľrfen Wespen nicht mehr get√∂tet, sondern m√ľssen durch Spezialisten eingefangen und an einen anderen Ort gebracht werden. Die Feuerwehr darf nur noch bei akuter Gefahr t√§tig werden.

(205-4) Im September 1992 hatte Karl Sion die Ehre, als Gast an einen Empfang, zu dem der russische Pr√§sident Michail Gorbatschow geladen hatte, teilnehmen zu d√ľrfen. Dies war ein Erlebnis der besonderen Art.

(206-1) Im Oktober 1992 verlieh der Bundespr√§sident dem L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion f√ľr seine Verdienste um das Feuerwehrwesen, f√ľr seine jahrzehntelange Organisation und Durchf√ľhrung von humanit√§ren Hilfsaktionen und sozialen Ma√ünahmen, das "Bundesverdienstkreuz am Bande", das am 30. April 1993 im Aachener Rathaus feierlich von Oberb√ľrgermeister Dr. J√ľrgen Linden √ľberreicht wurde. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ging auf einen Vorschlag der Staatskanzlei D√ľsseldorf und des Pr√§sidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes zur√ľck.

(207-1) Zwischen 1992 und 2012 organisierte Karl Sion im Namen des L√∂schzuges Eilendorf und dem Verein "Humane" Osthilfe f√ľr die ukrainische Musik- und Tanzgruppe "Junist" Konzerte / Musik (Video) bei Weihnachts- und Betriebsfeiern, in Schulen und Kinderg√§rten, auf Seniorenveranstaltungen usw. sowie die musikalische Mitgestaltung von Gottesdiensten. Durch diese Konzerte wurde die Gruppe "Junist" und der L√∂schzug Eilendorf weit √ľber die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Nicht nur in der Region Aachen h√∂rte und sah man gerne die Gruppe, auch z.B. die Staatskanzlei D√ľsseldorf bat mehrmals um einen Besuch. Der damalige Ministerpr√§sident Johannes Rau lie√ü es sich dann nicht nehmen, die Gruppe zu begr√ľ√üen und einige Zeit der Musik zuzuh√∂ren. Nach Konzerten, die anl√§sslich von Vereinsfeiern durchgef√ľhrt wurden, wurden Geldspenden gesammelt, mit denen der L√∂schzug, in Absprache mit der Gruppe "Junist", in der Ukraine Tschernobylgesch√§digten helfen konnte. Die Mitglieder der Gruppe"Junist" schliefen im Feuerwehrhaus und wurden dort verpflegt. F√ľr die Mitglieder der Gruppe war Musizieren nicht nur Beruf, es war auch Hobby. Deshalb wurde auch abends aus reiner Freude musiziert. Diese Musikabende gerieten nicht selten zu lustigen Feierstunden, an der L√∂schzugmitglieder mit ihren Ehefrauen oder Partnerinnen, teilnahmen. Ab 2013 wurden die Konzerte eingestellt, da, aufgrund der politischen Ver√§nderungen in der Ukraine, keine Musiker/-innen und T√§nzer/-innen mehr zur Verf√ľgung standen.
Sonderdokumentation "Junist"




            

(207-4) Im Januar 1993 konnte man der Presse entnehmen, dass der L√∂schzug Eilendorf 5000 DM (F√ľnftausend) zum Weihnachtsfest 1992 an bed√ľrftige Eilendorfer B√ľrger und B√ľrgerinnen verschenkt hatte. Da dieses Geld Privateigentum der Mitglieder war, konnte man diese Aktion als Beitrag zum "Gemeinsinn" bezeichnen.

(207-5) Der Pr√§sident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, √ľberreichte im M√§rz 1993 in der Staatskanzlei D√ľsseldorf dem Ministerpr√§sidenten Johannes Rau das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Anlass f√ľr die Verleihung war die Unterst√ľtzung der humanit√§ren Hilfsaktionen, die der L√∂schzug Eilendorf organisierte und durchf√ľhrte. Der Ministerpr√§sident bedankte sich ganz besonders bei Karl Sion f√ľr seinen Einsatz und seine Hilfsbereitschaft.

(208-1) Ausr√ľcken musste der L√∂schzug am 21. April 1993, um einen Brand zu l√∂schen, der in einem Supermarkt an der Von-Coels-Stra√üe (Ecke Berliner Ring) entstanden war. Der Sachschaden wurde auf 50.000 bis 70.000 DM gesch√§tzt. Die L√∂scharbeiten, die nur unter Atemschutz durchgef√ľhrt werden konnten, dauerten mehrere Stunden.

        

(209-1) Im Rahmen der humanit√§ren Hilfe hatten 4 Mitglieder des L√∂schzuges im Mai 1993 freiwillig einen interessanten Auftrag √ľbernommen: Rettungsger√§te im Wert von 180.000 DM, finanziert von der Staatskanzlei NRW, wurden nach Lemberg/Ukraine gebracht und dort an f√ľnf Gro√üst√§dte der Ukraine und Russland verteilt. Bei der √úbergabe erfolgte eine fachgerechte Einweisung, damit die Ger√§te bei Eins√§tzen sachkundig benutzt werden konnten. Der Pr√§sident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, begleitete den Transport. Er und Karl Sion konnten in der Ukraine viele konstruktive Gespr√§che mit verantwortlichen Feuerwehrangeh√∂rigen f√ľhren.

        

(210-1) Bei den Hilfsfahrten in die Ukraine hatten die L√∂schzugmitglieder immer einen "himmlischen Besch√ľtzer" dabei: Denn Pater Georg von der Benediktinerabtei Kornelim√ľnster geh√∂rte zum festen Personal der Hilfsfahrten. Aufgrund seiner Mitarbeit und seines geistlichen Beistandes bei den Hilfsaktionen, aber auch wegen seinem Dienst als Notfallseelsorger und der Betreuung aller Aachener Feuerwehrmitglieder und deren Angeh√∂rigen, hatte Karl Sion f√ľr ihn das Bundesverdienstkreuz am Bande beantragt. Es wurde ihm im September 2013 vom Bundespr√§sidenten verliehen und im w√ľrdigen Rahmen durch den Aachener Oberb√ľrgermeister Marcel Philipp √ľberreicht.

(211-1) Einer pers√∂nlichen Bitte des Pr√§sidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, nachkommend, nahm Karl Sion mit einigen L√∂schzugmitgliedern 1993 an der Internationalen Feuerwehr-Olympiade des CTIF (Comit√© Technique International de pr√©vention et d¬īextinction du Feu) in Berlin teil, um auf der im Rahmen dieser Olympiade stattfindenden Fahrzeugausstellung mehrere Oldtimerfahrzeuge aus seiner privaten Sammlung zu pr√§sentieren. Berlin war voller Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Daf√ľr, dass er die Veranstaltung ideell und finanziell unterst√ľtzt hatte, wurde Karl Sion mit dem Erinnerungskreuz des CTIF ausgezeichnet.

          

(211-2) F√ľr einen Rettungseinsatz, der am 09.08.1991 erfolgt war, ehrte der Deutsche Feuerwehrverband im Juli 1993 Ralf Dech√™ne vom L√∂schzug Aachen-Mitte und vom L√∂schzug Eilendorf Norbert Engelhardt, Karl und Thomas Sion mit der Floriansmedaille: Ein Arzt aus K√∂nigswusterhausen war mit seinem Fahrzeug von der Autobahn, die nicht mit Leitplanken versehen war, abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die geehrten L√∂schzugmitglieder, die auf der R√ľckreise aus der Ukraine waren und alle eine "Erste Hilfe"-Ausbildung hatten, konnten den schwerverletzten Fahrer aus seinem Fahrzeug befreien und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Hilfe leisten. Sp√§ter bedankte sich der verunfallte Arzt f√ľr die schnelle professionelle Hilfe, die dazu beigetragen hatte, dass er wieder gesund werden und in seinem Beruf weiter t√§tig sein konnte.


(211-3) Durch die Vermittlung von Karl Sion kam es zu der Zusage, dass der Leiter der Feuerwehr Aachen, das von ihm in die deutsche Sprache √ľbersetzte Gefahrstoffbuch auch in die ukrainische Sprache √ľbersetzen wollte. Diese Vereinbarung fand bei der Bev√∂lkerung, da die Presse dar√ľber berichtete, viel Beachtung und Anerkennung. Leider wurde die Zusage nicht eingehalten und die ukrainischen Feuerwehren warten (bis 2017) vergeblich auf das zugesagte Gefahrstoffbuch.

(212-1) Da es Im Sommer 1993 wochenlang nicht regnete, f√ľhrte der L√∂schzug kurzerhand im Quinz, heute Kalkbergstra√üe), eine Nass√ľbung durch, um die G√§rten der t√ľrkischen Familien, die sich dort in Eigenregie eine Kleingartenanlage hergerichtet hatten, mit Wasser aus dem Haarbach zu bew√§ssern. Die Gartenbesitzer freuten sich nicht nur √ľber das Wasser, vor allem freuten sie sich √ľber die Hilfe von deutschen Mitb√ľrgern und waren von der Aktion sehr beeindruckt.

(213-1) Als der Bundestagsabgeordnete und Pr√§sident der Interparlamentarischen Union Dr. Hans Stercken seinen 70. Geburtstag feierte, wurde er vom L√∂schzug Eilendorf mit einem Oldtimerfahrzeug (BMW Barockengel Bj.1956), das mit Blaulicht und Bundesstandarte ausgestattet war sowie einer Motorrad-Eskorte, vor seiner Wohnung abgeholt und zum Rathaus gefahren. Sein Kommentar gegen√ľber der Presse: "Das ist mir ja selbst als Pr√§sident der Interparlamentarischen Union noch nicht passiert." Die √úberraschung war gelungen.

(213-2) Wie allj√§hrlich, beteiligte sich der L√∂schzug auch im Jahr 1993 am B√ľrgerfest und bot den Besuchern nicht nur moderne Fahrzeuge und historische Oldtimer, er vermittelte auch Informationen √ľber den Feuerwehrdienst, Ausbildungsstand und L√∂schzugaktivit√§ten. Ein besonderes Highlight f√ľr die Kinder waren die Rundfahrten mit den Einsatzfahrzeugen und dem Traktor mit Anh√§ngern.

(213-3) Am 24. September 1993 entstand aus ungekl√§rten Gr√ľnden in einer Wohnung an der Freunder Stra√üe ein Brand, der einen gesch√§tzten Schaden von 50.000 DM anrichtete. Der L√∂schzug Eilendorf konnte zusammen mit der Berufsfeuerwehr das Feuer schnell unter Kontrolle bringen.

(214-1) Am 1.12.1993 musste ein Schulpavillon auf dem Gel√§nde der Grundschule Br√ľhlstra√üe gel√∂scht werden. Die Einsatzarbeiten erfolgten in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr. Der Pavillon war durch den Brand und den erforderlichen L√∂scharbeiten nicht mehr nutzbar. Im Gegensatz zu den Kindern aus der bekannten Filmkom√∂die, die dort fr√∂hlich das Lied "Hurra, die Schule brennt" singen, waren die Kinder der Schule Br√ľhlstra√üe traurig und schrieben entsprechende Kommentare.

(215-1)

(216-1) Jedes Jahr richtet der L√∂schzug f√ľr die Kinder der Mitglieder eine Adventsfeier aus. Dann l√§sst es sich der Nikolaus nicht nehmen vorbeizuschauen. Neben Geschenken hat er auch das Buch dabei, in dem die guten und weniger guten Taten der Kinder und L√∂schzugmitglieder vermerkt sind, die sich im Laufe des Jahres ergeben haben. Dieses Buch enth√§lt auch Vermerke, die manches L√∂schzugmitglied kleinlaut werden lassen. Auch der L√∂schzugf√ľhrer kommt selten ungeschoren davon.

(217-1) Nach einer L√∂schzugfeier im Jahr 1994, bei der die Mitglieder v.l. Philipp Doetsch - Josef Krings - Karl Ertz f√ľr 35-j√§hrige Mitgliedschaft mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt wurden, konnte man in der Fachzeitung "Der Feuerwehrmann" lesen: Presse

(218-1) Als Anfang 1995 auch die niederl√§ndische Provinz S√ľd-Limburg von Wasser √ľberschwemmt wurde, beteiligte sich der L√∂schzug Eilendorf in Maastricht an den Hilfsarbeiten und Evakuierungsma√ünahmen mit einer Einsatzgruppe.

(219-1) Im Juni 1995 wurde Oberbrandmeister Karl Ertz bei einer Festveranstaltung nach 38 Dienstjahren in die Ehrenabteilung √ľberstellt. Aufgrund seiner Art, einmal j√§hrlich die Unfallverh√ľtungsvorschriften als stereotype Belehrung vorzutragen, bleibt er bei den Mitgliedern in "besonderer" Erinnerung. Trotzdem der Vater von Karl Ertz seit 1919 Mitglied der Feuerwehr Eilendorf war, war ein Anschreiben vom Gemeindedirektor Heinrich Thomas der Ansto√ü zu seinem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Eilendorf. Leider konnte Karl Ertz nur selten an Eins√§tzen und Sonderaktionen teilnehmen, da er als selbstst√§ndiger Schreinermeister √ľber wenig Freizeit verf√ľgen konnte.

(220-1) "Gro√üfeuer in einer Auto-Lackiererei" titelte am 30. Juni 1995 die Presse. Gegenstand des Berichtes war ein Feuerwehreinsatz am Vortag in der Sigsfeldstra√üe. In der Lackiererei Gier war es morgens gegen 4.30 Uhr aus unerkl√§rlichen Gr√ľnden zu einem Brand gekommen, der einen Schaden von √ľber 500.000 DM anrichtete. Eingesetzt waren ein L√∂schzug der Hauptwache sowie die L√∂schz√ľge Aachen-S√ľd, Eilendorf und Brand.

(221-1) Ab dem Jahr 1995 fuhr der L√∂schzug mehrere Jahre nach Zeltingen an der Mosel, um mit der dortigen Feuerwehr eine gemeinsame √úbung durchzuf√ľhren, da die Mosel Bedingungen bietet, die in der Aachener Region nicht vorhanden sind. Es machte nicht nur Spa√ü, es wurden auch Fachkenntnisse vermittelt. Die "Nachbesprechungen" dienten besonders der Kontaktpflege.

(223-1) Im Oktober 1995 ehrte der Erzbischof Longin, im Auftrag des Patriarchen Alexij II., Karl Sion mit dem "Daniel"-Orden der Russisch Orthodoxen Kirche. Diese Ehrung war ein Dank f√ľr die Organisation von humanit√§ren Hilfslieferungen nach Russland und in die Ukraine sowie der guten Zusammenarbeit und der finanziellen Unterst√ľtzung von Bed√ľrftigen. Die Ehrung ging auf die Empfehlung des Metropoliten Kyrill zur√ľck, dem heutigen Patriarchen Kyrill I., der vor seiner Wahl zum Patriarchen Karl Sion im Juli und Dezember 1992 privat besucht hatte. Als im November 1995 der Patriarch Alexij II. einen offiziellen Deutschland-Besuch machte, wurde Karl Sion pers√∂nlich zu zwei Empf√§ngen, die zu Ehren "Seiner Heiligkeit" stattfanden, eingeladen. Es war ein unvergessliches Erlebnis.

(224-1) Seit der Trauung von Margret und Karl Sion im Jahr 1965 ist es Brauch, dass Mitglieder des L√∂schzuges nach den kirchlichen Feierlichkeiten am Kirchenausgang Spalier stehen, um die Freundschaft mit dem Brautpaar zu bekunden. Diese Freundschaftsbekundung wird von den Brautleuten und den Hochzeitsg√§sten als sch√∂ne freundschaftliche Geste empfunden und bereichert die Hochzeitsatmosph√§re. Hochzeitsfotos von ehemaligen Mitgliedern wurden nicht ber√ľcksichtigt.

        

(224-2) Die Ehre der Freundschaftsbekundung wird nicht nur "neuen" Brautpaaren zuteil, auch f√ľr Brautpaare, wie hier Brandmeister a.D. Heinrich und Gertrud Radermacher, die die Diamantene (60 Jahre) Hochzeit feiern durften, ist die Freundschaftsbekundung durch L√∂schzugmitglieder Ehrensache.

(225-0) Die Wartezeit vor der Kirche √ľberbr√ľcken die L√∂schzugmitglieder manchmal mit Sp√§√üen um sich die Zeit zu vertreiben. In diesem Fall probten die Mitglieder v.l. Karl Ertz und Josef Krings als Brautpaar den Austritt am Kirchenausgang, damit alle L√∂schzugmitglieder beim Spalierstehen die richtige Position einnahmen.

(225-1) Die Fahrzeuge Fukow (Munga) und BMW (Barockengel) kamen als Hochzeitswagen zum Einsatz und zu Ehren.

      

(225-2) Durch einen Kurzschluss in einer Stereoanlage entstand am 21.12.1995 gegen 19 Uhr in der Urbanstra√üe ein Zimmerbrand, der auf den Dachstuhl des Hauses √ľbergriff. Die L√∂schzugmitglieder, die in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr den Brand bek√§mpften, waren viele Stunden im Einsatz. Laut Hausbesitzer betrug der Schaden √ľber 140.000 DM.

(225-3) Dank Computertechnik ist es seit 1995 möglich, jährlich alle Einsätze und Alarmierungen in chronologischer Reihenfolge aufzulisten.

(225-4)
Einsatzliste 1995

(225-5) Gegen den Willen des Wehrleiters gab Karl Sion in der Presse bekannt, dass es bei der Freiwilligen Feuerwehr Aachen zu wenige Mitglieder gebe, die den F√ľhrerschein der Klasse 2 besitzen w√ľrden. Durch die Pressever√∂ffentlichung wurden die Stadtratsmitglieder auf den unverantwortlichen Zustand aufmerksam und es wurde ein zus√§tzlicher Fahrlehrer eingesetzt.

(225-6) Am 13. April 1996 kaufte sich ein junger Mann an der BFT-Tankstelle an der Von-Coels- Stra√üe einen Kanister mit 5 Liter Benzin und ging auf die andere Stra√üenseite. Dort stellte er sich auf die Vorwiese der Behindertenschule, √ľbergoss sich mit dem Benzin und z√ľndete sich dann selbst an. Anwohner riefen die Feuerwehr, die mit L√∂schfahrzeugen und Rettungswagen anr√ľckte. Auch der Eilendorfer L√∂schzug wurde alarmiert, aber vom Einsatzleiter aus verst√§ndlichen Gr√ľnden nicht eingesetzt. Die Einsatzkr√§fte der Berufsfeuerwehr konnten die brennende Person abl√∂schen, aber leider nicht mehr retten.

(226-1) Im Juni 1996 wurde ein Brand in einer Bäckerei an der Von-Coels-Straße gelöscht und gleichzeitig der Mutter des Bäckers "Erste Hilfe" geleistet. Einige Monate später bedankte sich der Bäckermeister mit einer Spende in Höhe von 1500 DM. Diese Spende wurde an eine Familie weitergegeben, die ohne eigene Schuld in Not geraten war.

(227-1) Zu einem ausgedehnten Feuer, das in einer Einliegerwohnung eines Wohnhauses Ecke Stapperstra√üe/Josefstra√üe entstanden war, wurde der L√∂schzug Mitte Juli 1996 gerufen. Obwohl mit den Einsatzarbeiten schnell begonnen wurde, konnte nicht mehr viel Hab und Gut gerettet werden. Die Hauptaufgabe bestand darin, das √úbergreifen des Feuers auf die untere Wohnung und auf die Nachbarh√§user zu verhindern. Es entstand ein hoher Sachschaden, der vom Hauseigent√ľmer auf 100.000 DM gesch√§tzt wurde.

(228-1) In der Presse konnte man im Oktober 1996 lesen: "Vandalismus neuer Qualit√§t" und: "Feuerwehr stellt Grabsteine wieder auf". Den Pressever√∂ffentlichungen ist zu entnehmen, dass die L√∂schzugmitglieder viele Grabsteine wieder aufgerichtet und die mit Wachs beschmierten ges√§ubert haben. Der L√∂schzug hatte zur Ergreifung der T√§ter eine Belohnung von 1.000 DM ausgesetzt, die recht schnell zum Erfolg f√ľhrte. Durch die Steinmetzinnung bekam der L√∂schzug reichlich √Ąrger, da diese den Vorwurf erhob, die Feuerwehr h√§tte durch die kostenlose Hilfe den Steinmetzbetrieben einen finanziellen Schaden zugef√ľgt. Ein Kommentar zu diesem Vorwurf er√ľbrigt sich.



(229-1) An der Erneuerung der Kirchenorgel von St. Severin beteiligte sich der Löschzug 1996 mit einem Betrag von 1.000 DM. Aber nicht nur die Pfarre St. Severin erhielt vom Löschzug eine Spende, auch die Pfarre St. Apollonia erhielt 1.000 DM als Zuschuss zu einer neuen Lautsprecheranlage.

(230-1) Jahrelang verteilten Mitglieder des L√∂schzuges als Ostergru√ü am Karsamstag vor Eilendorfer Gesch√§ftsl√§den kostenlos farbige H√ľhnereier und original handbemalte geschnitzte Holzeier aus den Karpaten/Ukraine. Dieser Gru√ü wurde gerne angenommen und diente auch dazu, Werbung f√ľr neue Mitglieder zu machen. Auch wurde dieser Gru√ü, zusammen mit einem kleinen Blumengebinde, an die Bewohner des Altenheims St. Severin und der Wohnanlage der AWO Bezelterstra√üe verteilt.

(231-2) Da st√§ndig neue L√∂schzugmitglieder gesucht werden m√ľssen, wird jede Gelegenheit, so auch bei der Leistungsschau der Interessengemeinschaft Eilendorfer Handel, Handwerk und Gewerbe im Juni 1996, wahrgenommen, um durch √úbungen und technische Vorf√ľhrungen junge B√ľrger f√ľr die Mitgliedschaft in der Feuerwehr zu interessieren.

      

(232-1) Am 23. Juli 1996 brannten in der Roedgenerstra√üe gro√üe Teile einer Schreinerei. Da die Flammen durch die Holzvorr√§te aus dem Vollen sch√∂pfen konnten, entstand ein gro√üer Schaden. Auch Maschinen und Werkzeuge brannten und wurden unbrauchbar. Immerhin konnte durch den Einsatz der Feuerwehr verhindert werden, dass die Flammen auf Nachbarh√§user √ľbergriffen. Der Einsatz war erst nach mehreren Stunden beendet. Der Eigent√ľmer wollte keine Angaben zur Schadensh√∂he machen.

(233-1) Eine unbeaufsichtigt brennende Kerze war der Grund f√ľr einen Brand, zu dem der L√∂schzug am 13. August 1996 gegen 2 Uhr morgens ausr√ľcken musste. Die Dachgeschosswohnung und der Dachstuhl eines Wohnhauses in der Marienstra√üe standen in Flammen, die zusammen mit der Berufsfeuerwehr bek√§mpft wurden. Das Feuer war schnell unter Kontrolle, aber die Wohnung und der Dachstuhl ein Totalschaden. Da die meisten Feuerwehrmitglieder ausgebildete Handwerker sind, wurde noch in der Nacht des Einsatzes das Dach mit Planen provisorisch abgedeckt, damit die Bewohner des Hauses nicht ausquartiert werden mussten.

(233-2) Im Sommer des Jahres 1996 wollte ein aktiver Oberbrandmeister durch falsche Anschuldigungen den L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion aus dem Amt zu putschen. Das Ergebnis: "Sein Austritt" aus der Feuerwehr. Eigentor.

(234-1) Im Herbst 1996 bekamen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Aachen neue orangefarbene Einsatzjacken, die aus einem f√ľr die Feuerwehr nicht geeigneten Kunststoffmaterial hergestellt waren. Es waren bessere teure Regenjacken. Die Jacken waren nicht einsatztauglich und entsprachen auch nicht der g√ľltigen Norm. Deshalb lehnte L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion, trotz Widerstand vom Wehrleiter und acht L√∂schzugf√ľhrern der Stadt Aachen, wobei der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Aachen, als Wortf√ľhrer auftrat, diese Regenjacken als Einsatzjacken ab. Weil der Wehrleiter die vorgetragenen Gr√ľnde nicht akzeptieren wollte, lie√ü Karl Sion durch ein Gutachten, das er selbst bezahlte, von dem Sachverst√§ndigen f√ľr Werkstoffkunde Dr. Ing. Klaus Genius die Untauglichkeit feststellen.
Auch von dem Arzt f√ľr Arbeitsmedizin - Dr. med. E. Waterloh - wurde festgestellt, dass diese Jacken f√ľr Feuerwehreins√§tze untauglich waren. Obgleich die Untauglichkeit der Jacken durch zwei Fachexperten festgestellt wurde, gingen die Diskussionen weiter, da der Wehrleiter seine fachlich falsche Meinung weiter vertrat. Die Angelegenheit wurde zum Politikum und war f√ľr die Presse eine interessante Berichterstattung. Aufgrund der Gutachten mussten letztlich dann doch alle Widersacher einsehen, dass Karl Sion Recht hatte. Nachdem der Rat der Stadt Aachen beschlossen hatte, dass die gesamte Freiwillige Feuerwehr neue, der Norm entsprechende, Jacken bekommen sollte, konnten die acht L√∂schzugf√ľhrer, die vorher dem Wehrleiter nach dem Mund geredet hatten und die orangefarbenen Jacken f√ľr einsatztauglich gehalten hatten, die Auslieferung der neuen Jacken kaum erwarten und bem√§ngelten die lange Lieferzeit. Schwer verst√§ndlich war f√ľr die Eilendorfer L√∂schzugmitglieder die Tatsache, dass die Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr, ohne daf√ľr gek√§mpft zu haben, schon seit l√§ngerer Zeit Jacken hatten, wie sie die Eilendorfer forderten. √Ąhnlich kontrovers verlief die Ausstattung der Mitglieder mit neuen Einsatzhandschuhen. Erst nachdem Karl Sion f√ľr seine Mitglieder gleiche Handschuhe forderte, wie sie die Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr hatten, wurden Handschuhe beschafft, die der Norm entsprachen. Beide Angelegenheiten trugen nicht dazu bei, den gebetsm√ľhlenartigen Beteuerungen des Wehrleiters, dass Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr gleich behandelt w√ľrde, glauben zu k√∂nnen. Die Vorg√§nge waren f√ľr die Wehrleitung eine Blamage.

(234-3) Thomas Sion wurde im Oktober 1996 zum Brandmeister ernannt und war mit 22 Jahren Aachens j√ľngster Brandmeister.

(235-1) Am 2. Weihnachtstag des Jahres 1996 musste der L√∂schzug zu einem Einsatz in der Kellershaustra√üe ausr√ľcken. Dort brannten in einer Lagerhalle die M√∂bel einer K√ľche und "Gelbe M√ľlls√§cke", die eine enorme Rauchentwicklung verursachten. Da das Gel√§nde durch ein massives elektrisches Hofschiebetor gesichert war, konnten die Feuerwehrfahrzeuge nicht bis an die Halle, in der die K√ľche und M√ľlls√§cke brannten, heranfahren. Aus Sicherheitsgr√ľnden konnte man das Tor nur mit einem Spezialschl√ľssel √∂ffnen; der aber nicht vorhanden war. Ohne lange Diskussion ordnete Karl Sion an, die Schiebetoranlage gewaltsam zu √∂ffnen, damit der Brand gel√∂scht werden konnte. Im Nachhinein wollte man Karl Sion wegen Besch√§digung des Elektromotors haftbar machen, was ein Sachverst√§ndiger aber f√ľr unsinnig und rechtlich unhaltbar hielt, da kein Fehlverhalten vorlag. Da die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Berufsfeuerwehr auch an dieser Einsatzstelle nicht optimal verlief, schrieb Karl Sion dem Wehrleiter einen ausf√ľhrlichen Beschwerdebrief, den dieser (siehe Absatz K√ľmmerer) aus Desinteresse nicht beantwortete.

(235-3) Von Dezember 1996 bis Ende Januar 1997 lie√üen Wasserrohrbr√ľche im Stra√üenbereich den L√∂schzug zu vielen Wassereins√§tzen ausr√ľcken. Da in Eilendorf die meisten Wasserrohrleitungen im Stra√üenbereich jahrzehntealt und teilweise noch aus Vorkriegsmaterial gefertigt sind, waren die frostbedingten Rohrbr√ľche nicht √ľberraschend.

(235-4)
Einsatzliste 1996

(236-1) Dicke Rauchwolken am 13.04.1995, ausgel√∂st durch einen brennenden M√ľllsack, waren der Grund f√ľr einen Einsatz im Klinikum Aachen, zu dem mehrere L√∂schz√ľge beordert worden waren. Wie √ľblich wurden die Wehrleute, in diesem Fall vom Klinikdirektor, f√ľr ihr schnelles Handeln und ihre gute Arbeit in der Presse gelobt. Nachdem die Aachener Volkszeitung am 11.01.1997 diesen Einsatz nochmals thematisierte, nahm Karl Sion die Gelegenheit wahr, um das unehrliche Lob der Klinikleitung √∂ffentlich an den Pranger zu stellen. N√§here Einzelheiten k√∂nnen dem Pressebericht: "Rauchwolken √ľber Klinikum noch nicht verzogen" der Aachener Zeitung vom 11.1.1997 entnommen werden.

(237-1) Um gesch√§tzte 200.000 DM √§rmer war nach einem Brand am 12. Januar 1997 der Besitzer eines Steinmetzbetriebes in der Kellershaustra√üe. Da kein Schl√ľssel vorhanden war um das Hoftor zu √∂ffnen, lie√ü Karl Sion als Einsatzleiter auch bei diesem Einsatz das Eingangstor gewaltsam √∂ffnen, damit mit den L√∂scharbeiten begonnen werden konnte.

(238-1) Durch Brandstiftung wurde am 19. Januar 1997 ein Teil der Kompostanlage in der Debyestraße zerstört. Der geschätzte Schaden wurde mit 800.000 DM angegeben.

(239-1) Oberbrandmeister Josef Krings wurde im M√§rz 1997 nach 40 Dienstjahren im Rahmen einer Festveranstaltung in die Ehrenabteilung √ľberstellt. Von 1985 bis 1997 war er stv. L√∂schzugf√ľhrer. Nachfolger als stv. L√∂schzugf√ľhrer wurde Brandmeister Thomas Sion.

(240-1) Als Karl Sion im Mai 1997 sein 25-j√§hriges L√∂schzugf√ľhrerjubil√§um feierte, schrieb die Presse: "Die Stadt mochte nicht besonders gratulieren. Ein Dank fehlte" Damit war der Dank vom Amtsleiter gemeint. Der wichtige Dank und die Gratulation erfolgte durch den Oberb√ľrgermeister Dr. J√ľrgen Linden. Dass der Amtsleiter Karl Sion nicht danken wollte, war nicht ohne Grund. Denn Karl Sion hatte sich - im Gegensatz zu den meisten L√∂schzugf√ľhrern - von ihm nicht als "Untergebener" behandeln lassen und sich bei gegebenen Anl√§ssen nicht gescheut, ihn pers√∂nlich f√ľr Fehlentscheidungen √∂ffentlich zu kritisieren. Aber viele andere Gratulanten, solche von Rang und Namen, brachten ihren Respekt und Dank vor der Arbeit, die Karl Sion in all den Jahren seiner Feuerwehrzugeh√∂rigkeit geleistet hatte, zum Ausdruck.

(241-1) 18 Kinder und drei Begleiterinnen aus der Ukraine waren im Juni 1997 f√ľr drei Wochen Urlaubsg√§ste des L√∂schzuges. Man stellte f√ľr die G√§ste ein abwechslungsreiches Programm zusammen, wie zum Beispiel ein Besuch im K√∂lner Zoo und im Phantasialand, Stadtf√ľhrungen durch Aachen und L√ľttich, Besuche von Schwimmhallen und Freizeitparks usw. Auch zum Programm z√§hlten Spiele auf dem Gel√§nde des L√∂schzuges, die viel Spa√ü und Freude bereiteten. Komfortable Wohnwagen, die ein Unternehmer kostenlos zur Verf√ľgung gestellt hatte, dienten als Schlafgelegenheit. Diese Art zu √ľbernachten war f√ľr die Kinder neuartig und interessanter als getrennte Unterk√ľnfte in Gastfamilien. Es war eine Aktion, an die sich die Kinder und die Wehrm√§nner/-frauen sicher gern erinnern.

          

(242-1) Beim Oderhochwasser im Juli 1997 war es f√ľr den L√∂schzug Eilendorf selbstverst√§ndlich, dass er sich an der ben√∂tigten Hilfe beteiligte. Unter der Leitung von Thomas Sion fuhren mehrere L√∂schzugmitglieder mit Einsatzfahrzeugen f√ľr einige Tage ins Katastrophengebiet, um zu helfen. Sie fuhren nicht mit leeren H√§nden: Sie hatten zus√§tzlich zu den Einsatzfahrzeugen einen Lkw dabei, der mit 2,5 Tonnen Geb√§ck, einer Spende der Firma Lambertz, beladen war. Das Geb√§ck wurde an Helfer/-innen und Hochwassergesch√§digte kostenlos verteilt. Diese Freundschaftsgeste wurde von den Empf√§ngern erfreut und dankend angenommen. Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg lobte und w√ľrdigte die Aktion in den Verbandszeitungen entsprechend. Ein Lob erhielt der L√∂schzug auch f√ľr die Anregung von Karl Sion, eine bundesweite Aktion "Feuerwehren helfen Feuerwehren" auszul√∂sen, die erfolgreich durchgef√ľhrt werden konnte. Thomas Sion wurde vom Oberb√ľrgermeister der Stadt Aachen, Dr. J√ľrgen Linden, im Auftrag des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg mit der "Oderflutmedaille" ausgezeichnet, weil er als Gruppenf√ľhrer die Verantwortung f√ľr die Hilfsaktion √ľbernommen hatte.

      

(243-1) Am 22. August 1997 wurde der Löschzug, zusammen mit der Berufsfeuerwehr, bei einem Großbrand in der Behindertenwerkstatt Neuenhofstraße eingesetzt, der durch Brandstiftung verursacht worden war. Der Einsatz dauerte viele Stunden und war mit anstrengenden Löscharbeiten verbunden. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die enorme Hitze, die durch die brennende Hallenverkleidung entstand. Zur Ergreifung der Brandstifter wurde eine Belohnung von 2.000 DM ausgesetzt: Nur kurze Zeit später war der Täter ermittelt.

(244-1) Zur Ver√§rgerung der L√∂schzugmitglieder lie√ü sich die Wehrleitung viel Zeit, um neue Einsatzjacken zu beschaffen. Wahrscheinlich erschien deshalb bei einem Sirenenalarm am 4. September 1997 "zuf√§llig" kein L√∂schzugmitglied, so dass am n√§chsten Tag die √úberschrift in der Presse lautete: "Sirenen heulten diesmal vergebens". Das Nichterscheinen zeigte Wirkung. Es folgten Gespr√§che auf h√∂chster Stadtverwaltungsebene - und zwar durchaus erfolgreich. Danach wurde die Beschaffung der neuen Jacken deutlich beschleunigt und dadurch profitierten alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Aachen, auch die, deren L√∂schzugf√ľhrer die Kunststoffjacken f√ľr einsatztauglich gehalten hatten. Nach einem Scheunenbrand am 9. September 1997 schrieb am 10. September 1997 die Presse: "Eilendorfs Feuerwehrleute hatten Alarm: Jetzt l√∂schen sie wieder".

(246-1) In der Marienstra√üe wurde am und im Haus Nr. 20 im September des Jahres 1997 eine Einsatz√ľbung durchgef√ľhrt. Die √úbung, zu der auch eine Verletztendarstellung durch eine bekleidete Schaufensterpuppe, die in einem ge√∂ffneten Fenster gelegt worden war geh√∂rte, war so realistisch, dass Anwohner die Feuerwehr und Polizei verst√§ndigten. Da es dem L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion entgangen war, die Feuerwehrleitstelle √ľber diese √úbung zu informieren, gingen in Eilendorf aufgrund der Anrufe die Sirenen: Der komplette L√∂schzug der Berufsfeuerwehr samt Rettungswagen und Notarzt r√ľckte an. Obwohl man sehen konnte, dass der Eilendorfer L√∂schzug am und im Haus Nr. 20 √ľbte, suchte der Rettungsdienst verzweifelt nach der verletzten Person im Haus Nr. 18. Nachdem sich die Situation aufgekl√§rt hatte, war der √Ąrger bei den Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr und dem Notarzt gro√ü. Karl Sion erhielt f√ľr seine Vergesslichkeit eine R√ľge, die er nicht ernst nahm. √Ąrger hin, R√ľge her, die L√∂schzugmitglieder hatten eine interessante √úbung und heimlich Spa√ü am unverst√§ndlichen Verhalten der "Kollegen". Die Presse berichtete am 1. Oktober ausf√ľhrlich unter der √úberschrift: "Dumm gelaufen - √úbungspuppe sorgte f√ľr Feuerwehr-Alarm".

(248-1) Feuerteufel lie√üen 1997 die Mitglieder des L√∂schzuges nicht zur Ruhe kommen: Immer wieder kam es zu Brandstiftungen im Gewerbegebiet Eilendorf-S√ľd. Da die Brandstellen alle, bis auf die im Camp Pirot (Brand), im Einsatzgebiet des L√∂schzuges Eilendorf lagen, hegte die Kripo den Verdacht, dass der oder die Brandstifter eventuell in den Reihen des L√∂schzuges Eilendorf zu suchen seien. Fast alle Mitglieder wurden von der Polizei verh√∂rt, aber keiner kam als T√§ter in Frage. Die Zusammenarbeit mit der Polizei, was die Brandstifterermittlung anging, und die Art der Verh√∂re der L√∂schzugmitglieder, lie√üen stark zu w√ľnschen √ľbrig, so dass der L√∂schzugf√ľhrer sich beim Polizeipr√§sidenten beschwerte. Dieser und seine Mitarbeiter fanden, auch nicht nachdem die Brandstifter ermittelt worden waren, kein Wort der Entschuldigung oder hatten eine Erkl√§rung f√ľr ihr miserables Verhalten.

(250-1) F√ľr die L√∂schzugmitglieder ist es Ehrensache, j√§hrlich an der Gedenkfeier des Volksbundes Deutsche Kriegsgr√§berf√ľrsorge, die zu Ehren der gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege stattfindet, teilzunehmen. Ebenso ist es Ehrensache, dass der L√∂schzug am Trauerzug teilnimmt und alle Soldatengr√§ber auf dem Friedhof Nirmer Stra√üe zum Volkstrauertag, auf Kosten des L√∂schzuges, mit Grabschmuck und Grablichtern versieht.

      

(251-1) Dass die Aktivitäten des Löschzuges im Laufe der Jahre nicht nachgelassen haben, bestätigt ein Pressebericht im Dezember des Jahres 1997, der betitelt war: "Severinusplatz wieder ganz im weihnachtlichen Glanz".

(251-2)
Einsatzliste 1997

(251-3) Josef † 1998 und Margret Engelhardt, z√§hlten zu den verl√§sslichsten und eifrigsten Helfern der Aktion ¬īOsthilfe¬ī . Keine Arbeit war ihnen zuviel und kein Zeitaufwand zu gro√ü. Auch die Betreuung der Folkloregruppe ¬īJunist¬ī lag ihnen sehr am Herzen. Josef E. arbeitete nicht nur f√ľr die Aktion, er wachte auch √ľber die Hilfsg√ľter mit Argusaugen. Sein pl√∂tzlicher Tod schockte alle und machte die Angeh√∂rigen sowie alle Beteiligten der Hilfsaktion traurig.


(251-4) Im Rahmen der Aktion "Osthilfe" spendete ein Aachener Textilunternehmen gro√üe Mengen Bekleidung, vor allem Kindersachen, gegen Best√§tigung der Annahme. Karl Sion nahm die Ware im guten Glauben der Rechtm√§√üigkeit an und quittierte den Empfang. Die vom Spender beabsichtigte betr√ľgerische Steuerverg√ľnstigung konnte niemand ahnen, bis sich das Finanzamt meldete. Das Finanzamt erkannte den Betrug und sprach Karl Sion von einer Schuld oder Mitschuld frei. Der Vorgang wurde auch dem Wehrleiter bekannt, der dann die Chance einer Revanche gegen Karl Sion, der ihn mehrfach √∂ffentlich durch negative Presseberichte vorgef√ľhrt hatte, nutzte. Die Angelegenheit erfolgte zum Nutzen der Aktion "Osthilfe", was auch dem Wehrleiter bekannt war. Er selbst und seine Frau waren 1990 mit einem Hilfstransport kostenfrei in die Ukraine mitgefahren und konnten sich dort von der ordnungsgem√§√üen √úbergabe der Ware √ľberzeugen. Gegen√ľber dem Finanzamt verhielt er sich so, als sei ihm die Herkunft der Ware unbekannt gewesen, die Best√§tigung des Warenempfangs unrichtig und nicht in seinem Sinne gewesen sei. Durch mehrere negative Vorf√§lle auf der Hin- und R√ľckfahrt, selbst in der Ukraine war er kein gutes Vorbild f√ľr alle Mitfahrer/innen, aber auch kein guter "Aachener Repr√§sentant" f√ľr die ma√ügeblichen ukrainischen Partner.

(252-1) Im April 1998 musste der Löschzug in einem Wohnhaus an der Lindenstraße die Erdgeschosswohnung und die Kellerräume leer pumpen, da sie aufgrund von einem Wasserrohrbruch, der im Straßenbereich erfolgt war, vollgelaufen waren. Die Einsatzkräfte des Löschzuges hatten wegen des Schadens Mitleid mit dem Hausbesitzer, dieser blieb aber gelassen und trank in Ruhe sein Bier.

        

(253-1) Ende Mai 1998 √∂ffnete der L√∂schzug seine T√ľren f√ľr die Bev√∂lkerung: Den Kindern wurden verschiedenartige Unterhaltungsspiele, Fahrten mit den Einsatz- und Oldtimerfahrzeugen sowie Vorf√ľhrungen von Ger√§ten zur technischen Hilfeleistung geboten. Die ukrainische Musik- und Tanzgruppe "Junist" unterhielt die Besucher mit Darbietungen, die in ihrer Art einmalig waren und so den Tag versch√∂nerten.

(254-1) Eine besondere Attraktion waren, vor allem f√ľr die Kinder, die Fahrten mit dem Traktor und den Anh√§ngern. Leider k√∂nnen solche Fahrten nicht mehr durchgef√ľhrt werden, da die Versicherungskosten nicht finanzierbar und die Auflagen der Beh√∂rden nicht erf√ľllbar sind.


(255-1) Das Fahrzeug, Ford FK 1000, das im Privatbesitz von Karl Sion ist, steht dem L√∂schzug bei Sonderveranstaltungen zur Verf√ľgung. Das auf dem Foto mit Blumen dekorierte Fahrzeug wurde u. a. am 50. Geburtstag des Oberb√ľrgermeisters Kurt Malangr√© dazu benutzt, diesen und seine G√§ste vom Wohnort zur Gartensiedlung "Am Hangeweiher" zu fahren. Die Fahrt hatte dem Oberb√ľrgermeister und seinen G√§sten viel Freude und Spa√ü gemacht. Die Fahrt, die 50 Meter vor dem Ziel wegen einem Motorschaden abgebrochen werden musste, blieb bei vielen Zuschauern in Erinnerung. So erinnerte auch Brandoberamtsrat Franz Delzepich in der Festschrift "125-Jahre Berufsfeuerwehr Aachen" nochmal an diese Begebenheit. Mehrere Fahrzeuge wurden von Karl Sion, mit Unterst√ľtzung von seinem Sohn Thomas und Helfern, restauriert. Leider fehlten die entsprechenden Unterstellm√∂glichkeiten, so dass die Fahrzeuge an Museen -klick- abgegeben werden mussten. Leider werden oft viele √§ltere Feuerwehrwagen als Bierkutschen genutzt. Karl Sion erhielt oft Anfragen seine Feuerwehr-Oldtimer mieten zu k√∂nnen, um diese als Getr√§nkewagen zu nutzen. Alle Anfragen wurden abgelehnt, da Karl Sion die Zweckentfremdung von Feuerwehrfahrzeugen ein Dorn im Auge ist. Grunds√§tzlich wurden keine Vermietungen f√ľr feuerwehrfremde Nutzungen vorgenommen. Die kostenlose Zurverf√ľgungstellung bei Feuerwehrfesten war eine Selbstverst√§ndlichkeit.

            



(257-1) Feuerwehrmitglieder retten Leben - egal, ob Mensch oder Tier. Das bewiesen sie auch wieder am 26. Mai 1998, als sie in der Kalkbergstraße ein Schaf, das sich in einem Elektrozaun verfangen hatte, von seinen Qualen erlösten und retteten. Nach der Befreiung blökte das Schaf, was bestimmt "Danke" heißen sollte und lief zur Herde. Wenige Tage später musste eine Entenfamilie eingefangen werden, die auf der Philipsstraße einen Spaziergang machte. Die Enten quakten sicher kein "Danke", da die Löschzugmitglieder ihren Spaziergang unterbrochen hatten.

(258-1) Zus√§tzlich zum Leistungsnachweis in Aachen stellten sich im Jahr 1998 zehn L√∂schzugmitglieder in Thalfang an der Mosel der Pr√ľfung des Landes Rheinland Pfalz um nachzuweisen, dass man nicht nur in Aachen -NRW-, sondern auch in einem anderen Bundesland den praktischen Aufgaben und den schriftlichen Fragen gewachsen war. Alle Eilendorfer Teilnehmer bestanden den Leistungstest mit gutem Ergebnis.

        

(260-1) Gute Objekte, um realistische √úbungen durchf√ľhren zu k√∂nnen, sind rar. Deshalb war der L√∂schzug froh in der Kleebachstra√üe eine Birke, die bei starkem Wind eine Gefahr darstellte, f√§llen zu k√∂nnen. Da es sich um einen gr√∂√üeren Baum handelte, konnten alle Ger√§te, die f√ľr solche Arbeiten erforderlich und vorhanden sind, eingesetzt werden.

      

(261-1) In fr√ľheren Jahren war es √ľblich, dass ortsans√§ssige Unternehmen die f√ľr sie zust√§ndige Feuerwehr zu einer Betriebsbesichtigung einlud, damit die Feuerwehrmitglieder im Ernstfall √ľber Ortskenntnisse verf√ľgten. Solche betrieblichen Ortskenntnisse sind im Einsatzfall zum Vorteil der Feuerwehr, aber auch zum Nutzen der Unternehmen. Leider finden solche Betriebsbesichtigungen nur noch selten statt, da viele Unternehmensleitungen diese f√ľr unn√∂tig und f√ľr zu zeitaufwendig halten.

(262-1) Am 20. September 1998 wurde der Löschzug alarmiert, um einen Wohnungsbrand in der Kleebachstraße zu löschen. Damit das Feuer sich nicht auf das gesamte Gebäude ausdehnte, mussten entsprechende Mengen Löschmittel eingesetzt werden. Nicht durch die Löschmittel, sondern durch das Feuer entstand ein enormer Sachschaden.

Da der L√∂schzugf√ľhrer nur wenige Meter von der Einsatzstelle wohnte, aber aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht aktiv am Einsatz teilnehmen konnte, erschien er auf Socken an der Einsatzstelle. Eine Nachahmung ist nicht zu empfehlen, da die Unfallverh√ľtungsvorschriften solche "Unvernunft" nicht erlaubt.

(262-3) "Chef lobte hohes Niveau des Löschzugs Eilendorf" lautete am 7. Oktober 1998 die Überschrift einer Presseveröffentlichung. Anlass dieser Presseveröffentlichung war ein Löschzugfest, bei dem viele Mitglieder wegen verschiedenster Verdienste und Regelehrungen ausgezeichnet wurden. Bei dieser Löschzugfeier wurde auch Margret Engelhardt mit der Ehrennadel des Stadtfeuerwehrverbandes Aachen ausgezeichnet und geehrt.

(264-1) Aufgrund der guten Kontakte, die Karl Sion durch seine berufliche T√§tigkeit zu vielen Feuerwehren im In- und Ausland hatte, konnte der Wunsch von einem schwerstbehinderten Jugendlichen, der seine Sammlung von Feuerwehr√§rmelabzeichen erweitern wollte, erf√ľllt werden. Die Eltern des Jugendlichen bedankten sich in schriftlicher Form und waren froh, dass der L√∂schzug den Wunsch ihres Sohnes erf√ľllen konnte.

(265-1) Die Einsatzfahrzeuge vom Löschzug Eilendorf im Jahr 1998

(266-1) Da √ľber die Hilfsbereitschaft und Hilfsaktionen des L√∂schzuges √∂fters in der Presse berichtet wurde, bat eine Tierschutzaktivistin aus dem Aachener Stadtgebiet um Hilfe beim Aufbau einer Taubenstation. Es sollte ein gr√∂√üeres Taubenhaus f√ľr frei lebende Tauben in die Baumkrone einer gro√üen Kastanie gehievt werden. Mit kostenloser Unterst√ľtzung eines Kranunternehmens konnte die Bitte erf√ľllt werden.

          

(267-1) Der L√∂schzug lud im Oktober 1998 in Eilendorf wohnende ausl√§ndische Mitb√ľrgerinnen, Mitb√ľrger und Kinder ins Feuerwehrhaus ein, um diese dort zu bewirten und mit Spielzeug zu beschenken. Auch Vorf√ľhrungen der Fahrzeuge und Ger√§te standen auf dem Programm. Die Besucher waren zur√ľckhaltend, aber man konnte ihnen anmerken, dass sie sich √ľber die Einladung gefreut hatten.

        

(268-1) Seit Jahrzehnten ist es Brauch, dass der L√∂schzug in der Adventszeit einen Tannenbaum auf dem Vorplatz des Ger√§tehauses aufstellt und auch die anfallenden Kosten √ľbernimmt. Die B√§ume werden meistens bei privaten Hauseigent√ľmern gef√§llt und dann mit einem Kran auf einen Sattelanh√§nger verladen. Beim Transport zum Ger√§tehaus m√ľssen viele Mitglieder daf√ľr sorgen, dass keine parkenden Autos besch√§digt werden. Am Ger√§tehaus wird der Tannenbaum von einem Kran in die installierte Vorrichtung gehoben und verkeilt. Dann wird mithilfe einer Drehleiter durch L√∂schzugmitglieder die Lichterkette angebracht. Am Tag vor dem 1. Adventssamstag werden, im Rahmen einer Adventsfeier, die mit G√§sten stattfindet, die Lichter eingeschaltet. Der mit Lichtern geschm√ľckte Tannenbaum am Feuerwehrhaus ist f√ľr die Eilendorfer Bev√∂lkerung ein Bestandteil der Weihnachtszeit.

            

(268-3)
Einsatzliste 1998

(269-1) Die humanit√§ren Hilfsaktionen des L√∂schzuges nahmen ab dem Jahr 1990 einen Umfang an, den man (auch aus versicherungstechnischen Gr√ľnden) nicht mehr als Nebensache bezeichnen konnte. Deshalb wurde im Jahr 1999 der gemeinn√ľtzige Verein "Humane Hilfe f√ľr Osteuropa e. V." gegr√ľndet. Der Verein, der Karl Sion als Vorsitzenden w√§hlte, ist im Vereinsregister unter der Nummer VR 3611 eingetragen.

(270-1) Da der L√∂schzug auf finanzielle Hilfe durch die B√ľrger angewiesen ist, aber die Ausstellung von Spendenquittungen √ľber die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Aachen nicht m√∂glich ist, wurde im Jahr 1999 der gemeinn√ľtzige Verein "Feuerwehrverein Eilendorf e. V." gegr√ľndet. Als Vorsitzenden w√§hlten die Mitglieder Karl Sion. Der Verein wurde im Vereinsregister unter der Nummer VR 3608 eingetragen.

(270-2) Seit vielen Jahren betreibt der L√∂schzug auf eigene Kosten Brandschutzaufkl√§rung bei der Bev√∂lkerung, speziell durch Verteilung von Brosch√ľren und Informationsanzeigen in der Dorfwerbung "Geisha". Aus Kostengr√ľnden werden die Informationen aber auch in den Kinderg√§rten und Schulen an die Kinder verteilt, damit diese sie an ihre Eltern weitergeben. Im Jahr 1999 wurde eine gro√üe Werbeaktion durchgef√ľhrt, die die Anbringung von Rauchmeldern, die nachweislich "Leben retten", empfahl.

(270-3) Das ist keine Theaterpuppe. So erschien ein Löschzugmitglied im Feuerwehrgerätehaus, um an einem Einsatz teilzunehmen.

(271-1) Ein Brand, der nur unter Nutzung von Atemschutzger√§ten bek√§mpft werden konnte, musste am 8. Februar 1999 in der Maschinenbaufirma Br√ľlls (Schlackstra√üe) unter Kontrolle gebracht und gel√∂scht werden. Die Absauganlage der Lackiererei war in Brand geraten und hatte alles vorhandene brennbare Material entz√ľndet. Die L√∂schversuche der Mitarbeiter, die nicht im Umgang mit Feuerl√∂schger√§ten geschult waren, waren nicht nur sinn- und erfolglos, sie waren wegen der giftigen Rauchgase auch gesundheitssch√§dlich.Es entstand kein Personenschaden, aber ein erheblicher Sachschaden.

(271-2) Nach dem Einsatz am 15. M√§rz 1999 im Drosselweg, an dem der Eilendorfer L√∂schzug auch beteiligt war, h√§tte dieser Fehler nicht passieren d√ľrfen.

(271-3) "Brandstiftung: 200 Wohnungen ger√§umt" war am 16. M√§rz 1999 die √úberschrift eines Presseberichts √ľber die Brandstiftungen, die in einem Geb√§udekomplex an der Aachener Welkenrather Stra√üe stattgefunden hatten. Diese Brandstiftungen hatten die Hausbewohner in Angst und Panik versetzt und einen Gro√üeinsatz der Feuerwehr und Polizei erforderlich gemacht. Auch der L√∂schzug Eilendorf war alarmiert worden, um Hilfs- und Evakuierungsma√ünahmen durchzuf√ľhren. Detailliertere Angaben kann man dem Pressebericht der Aachener Nachrichten vom 16. M√§rz 1999 entnehmen.

(272-1) Da der Aachener Wehrleiter vermutlich kein Interesse daran hatte, sich der Anliegen der L√∂schz√ľge und deren Mitglieder anzunehmen, installierte er im M√§rz 1999 als Ansprechpartner einen sogenannten "K√ľmmerer". Mit der Installation des "K√ľmmeres" war Karl Sion nicht einverstanden. Vielmehr hielt er es f√ľr unbedingt erforderlich, dass der Wehrleiter den Kontakt zu den L√∂schzugf√ľhrern hielt, so wie es ausdr√ľcklich im Vertrag der "Kommunalen Neugliederung" vereinbart worden war. Der installierte "K√ľmmerer" wurde vom L√∂schzug Eilendorf ignoriert und auch nicht akzeptiert. Die Presse machte sich √ľber den "K√ľmmerer" lustig, was den Wehrleiter aber nicht "k√ľmmerte".

(273-1) Am 5. April 1999, einem Ostermontag, kam es in der Bendstraße zu einer "Gasexplosion". Die Mitglieder des Löschzuges Eilendorf waren, neben den Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr, die ersten Helfer vor Ort. Harte Arbeit wurde den Einsatzkräften abverlangt, sodass sie nach einiger Zeit auch Getränke und einen "Bissen" (Essen) brauchten. Bevor die Einsatzleitung diese Notwendigkeiten organisieren und realisieren konnte, hatte Karl Sion, auf Kosten des Löschzuges Eilendorf und auf dem kleinen Dienstweg, bereits alle Helfer (nicht nur Eilendorfer) mit einer "kleinen Verpflegung" versorgt. Zu einem sehr späten Zeitpunkt kam auch die Verpflegung von der Katastrophenschutzeinheit der Stadt Aachen. Zum Geschehen kann man in der Aachener Chronik 1999 lesen:

(274-1) Angeregt durch die Berichte √ľber den seit 1998 anhaltenden Kosovokrieg entschloss sich der L√∂schzug Eilendorf Anfang des Jahres 1999, eine Hilfsaktion f√ľr die B√ľrger des Kosovo durchzuf√ľhren. Hilfsg√ľter wurden gesammelt, sortiert und verpackt sowie zus√§tzlich Geldspenden eingeworben. Die Fahrt wurde f√ľr den Monat Mai geplant. Fahrzeuge wurden organisiert und Formalit√§ten erledigt. Am 13. Mai 1999 konnte der Konvoi mit f√ľnf Sattelz√ľgen und einem Begleitfahrzeug starten. Da vier Fahrzeuge von Feuerwehrmitgliedern und zwei von Fernfahrern einer Spedition gesteuert wurden, war die Fahrt f√ľr die Feuerwehrmitglieder eine gute Gelegenheit, Fahrpraxis zu erlangen. Der viert√§gige Aufenthalt in Mazedonien, die Fahrt, die Begegnungen mit der Bev√∂lkerung, die Verteilung der Hilfsg√ľter sowie auf der R√ľckfahrt der Aufenthalt in Venedig waren Erlebnisse, die die Teilnehmer der Fahrt nie vergessen werden. Bei Karl Sion wird auch der Empfang beim Patriarchen der orthodoxen mazedonischen Kirche in Erinnerung bleiben. Diese Fahrt, an der auch Frauen der L√∂schzugmitglieder teilnahmen, wird mit Sicherheit in die Geschichte des L√∂schzuges eingehen. Die von Karl Sion angefertigte Sonderdokumentation "Kosovo" enth√§lt auch einen ausf√ľhrlichen Sachbericht.


                

(274-4)
Einsatzliste 1999

(275-1) In den Jahren 1971 bis 1999 verstarben 18 Ehrenmitglieder und ein aktives Mitglied, denen die aktiven Mitglieder bei der Beisetzung die letzte Ehre erwiesen.


Von 1971 bis 1999 wurden folgende Mitglieder geehrt und ausgezeichnet:

Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber des Landes NRW f√ľr 25-j√§hrige Mitgliedschaft:
- Friedel Sistermann 1997
Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold des Landes NRW f√ľr 35-j√§hrige Mitgliedschaft:
- Josef Contzen 1980 (40 Jahre)
- Karl Ertz 1992
- Josef Krings 1992
- Klaus Mannheims 1997
- Karl Sion 1997
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber vom Deutschen Feuerwehrverband:
- Josef Contzen 1980
- Karl Sion 1981
- Josef Krings 1992
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold vom Deutschen Feuerwehrverband:
- Josef Contzen Dezember 1982
- Karl Sion Juni 1983
Bundesverdienstkreuz am Bande:
- Josef Contzen 1986
- Karl Sion 1992



(275-2) Die √Ąra Karl Sion endete nach 37 aktiven Dienstjahren mit Erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren am 1. Juni 1999. Bei einem Festabend wurde er aus seiner L√∂schzugf√ľhrerfunktion entlassen und in die Ehrenabteilung √ľberstellt. Die Ehrenmitgliedschaft des Stadtfeuerwehrverbands, dem er als Gr√ľndungsmitglied angeh√∂rte, lehnte er ab. Viele Lobreden wurden gehalten und Dankesworte gesagt. Karl Sion hatte ein feuchtes und ein trockenes Auge. Feucht wegen dem dienstlichen Abschied, trocken, weil er die F√ľhrung des L√∂schzuges bei seinem Sohn in guten H√§nden wusste.

(276-1) Der Journalist Hanns Bittmann schrieb am 1. Juni 1999 √ľber Karl Sion: "An diesem Mann scheiden sich die Geister. Dem einen steht er zu oft in der ersten Reihe, wenn es um fachlich-kritische Worte zum Thema Feuerwehr oder um offene H√§nde beim Sammeln von Spenden geht. Der andere sch√§tzt gerade seine direkte Art und die Bereitschaft, f√ľr eine wichtige Sache eigene Interessen hintenanzustellen, denn nur wer viel anpackt, dem kann schon mal ein St√ľck Porzellan zu Boden fallen. Also werden es Freunde wie Kritiker von Karl Sion mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen: Der Chef der Eilendorfer Feuerwehr quittiert heute den Dienst! Nicht, weil ihm 30 Jahre an der Spitze des L√∂schzuges genug w√§ren, sondern weil das Gesetz es verlangt. Denn heute wird er 60 Jahre alt."

(277-1) Res√ľmee von Karl Sion √ľber seine Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Eilendorf: Im Mai 1962, auf Dr√§ngen von meinem Onkels Josef Hahnb√ľck und nach Erhalt eines Schreibens vom Gemeindedirektor Heinrich Thomas, meldete ich mich bei der Freiwilligen Feuerwehr Eilendorf als aktives Mitglied an. Nach einer √§rztlichen Untersuchung, die ein positives Ergebnis ergab, wurde ich aufgenommen, was ich nie bereut habe. Wie meine Mitgliedschaft verlaufen w√ľrde und dass meine Amtszeit die l√§ngste Amtszeit eines Eilendorfer Wehrleiters √ľberhaupt werden sollte, konnte ich nicht ahnen. Im Laufe meiner Dienstzeit habe ich mithilfe von Mitgliedern, Freunden und mir gutgesonnenen Personen viele Dinge, aber leider nicht alle gew√ľnschten, zum Positiven ver√§ndern k√∂nnen. Da ich immer bis an die Grenzen des Machbaren ging, habe ich auch √∂fters ins Fettn√§pfchen getreten, aber nie aus Absicht, √úberheblichkeit oder Bosheit. Meine Schw√§che war meine Ungeduld. Dadurch, dass ich immer viele Ideen hatte, die ich schnell umsetzen wollte, brachte ich meine Partner manchmal in Verlegenheit. Dass es auch Partner gab, denen die Feuerwehr nicht wichtig war, weil sie ihr Leben anders als ich gestalteten, verga√ü ich des √Ėfteren.
Da ich viele Dinge angesto√üen habe, dabei aber nie absichtlich oder bewusst jemanden verletzt oder Schaden zugef√ľgt habe, hatte ich trotzdem auch Kritiker. Meistens waren es solche, die selbst nie in einer Hilfsorganisation oder im sozialen Bereich t√§tig waren. Sie gingen lieber in Kneipen, Gemeinschaften oder Vereine, die Unterhaltung und viele Feste sowie feuchte Zusammenk√ľnfte boten. Wenn ich heute, im Jahr 2015, fast 16 Jahre nach Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst meine aktive Dienstzeit, Begebenheiten und Aktivit√§ten Revue passieren lasse, dann ist mein Res√ľmee: "Es war eine sch√∂ne Zeit, die mir auch beruflich genutzt hat, weil ich als Kaufmann durch den Umgang mit feuerwehrtechnischen Ger√§ten ein besseres Verst√§ndnis f√ľr Technik erlangt habe und viele Kontakte habe kn√ľpfen k√∂nnen." Die Produkte "Gully-Ei"- Kanalabsperrger√§te und "Hydrofix"- Sonderl√∂schger√§te, die patentiert wurden und heute bei fast allen gut ausger√ľsteten Feuerwehren im Einsatz sind, h√§tte ich ohne technische Ausbildung bei der Feuerwehr nicht erfinden und herstellen k√∂nnen. "Mein" L√∂schzug ernannte mich zum "Ehrenl√∂schzugf√ľhrer" und ich habe den L√∂schzug mit dem Gef√ľhl verlassen, dass die meinem Nachfolger, meinem Sohn Thomas, √ľbergebene Mannschaft und er die erforderlichen Fachqualit√§ten besitzen, um auch in Zukunft nach dem Leitspruch handeln zu k√∂nnen:

"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr."






(299-0) Informationen √ľber den L√∂schzug Eilendorf finden Sie unter:

Löschzug Eilendorf