1981 - 1990
Ein neues L√∂schgruppenfahrzeug - LF 16 - erhielt der L√∂schzug im Mai 1981. Es wurde vom Dezernenten Peter Hanl √ľbergeben und von Pastor Peter P√ľtz gesegnet. Die Presse berichtete unter dem Titel: "Eilendorf mit gutem Feuerschutz" ausf√ľhrlich.

Im Juni 1981 wurde bei einer L√∂schzugfeier Karl Sion mit dem "Feuerwehr-Ehrenkreuz" in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes f√ľr seinen bisherigen ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet.

Besonderen Wert legt der L√∂schzug auf ein gutes Verh√§ltnis zu Kinderg√§rten und Schulen. Kindergartenkinder und Sch√ľler sind im Feuerwehrhaus als Besucher immer willkommen. L√∂schzugmitglieder besuchen umgekehrt die Kinderg√§rten und Schulen, um den Kindern und Sch√ľlern die Gefahren, die bei einem Brand zu erwarten sind, zu erkl√§ren.

In den Morgenstunden des 20. Dezember 1981 brach in der Alten Schule an der Kirche St. Severin ein Feuer aus, das einen Schaden in Höhe von 100.000 DM verursachte. Der Brand wurde vom Löschzug Eilendorf und der Berufsfeuerwehr in kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht, sodass bereits nach 20 Minuten an die Einsatzzentrale die Meldung "Feuer aus" gegeben werden konnte.

1981 wurde die Hilfsbereitschaft der L√∂schzugmitglieder in unglaublicher Weise missbraucht. Ein polnisches Ehepaar mit Kind hatte angegeben, dass sie in Polen (Katowice) als √Ąrzte t√§tig gewesen seien und dass sie von dort h√§tten fliehen m√ľssen. Aufgrund einer Bitte, diesem Ehepaar zu helfen, halfen die L√∂schzugmitglieder der Familie mit M√∂bel (einschl. dem Kauf einer neuen Einbauk√ľche), Geldspenden und vielen Haushaltger√§ten. Sechs Wochen sp√§ter hatte das Ehepaar, ohne den L√∂schzug zu informieren, alle M√∂bel und gespendeten Gegenst√§nde √ľber Kleinanzeigen verkauft und war wieder nach Polen gefahren. F√ľr das unkorrekte Verhalten und die R√ľckreise, die bei Nacht und Nebel stattgefunden haben muss, hatte kein L√∂schzugmitglied Verst√§ndnis und alle waren entt√§uscht.

Anfang des Jahres 1982 brannte nachts in Nirm ein abgestellter Kirmeswagen (Losbudenwagen) und musste gelöscht werden. Da sich in dem Wagen nur Spielsachen befanden, hatten vor allem die Schaulustigen ihren Spaß, weil sie alle noch brauchbaren Spielsachen aufsammeln und mitnehmen konnten.

Im Februar 1982 besuchte der Pr√§sident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, den L√∂schzug Eilendorf, um sich vor Ort √ľber die Aktivit√§ten der Polenhilfe zu informieren. Sein Eindruck von der Polenhilfe und der Gemeinschaft des L√∂schzuges Eilendorf war so positiv, dass er dem Pr√§sidium vorschlug, die n√§chste Pr√§sidiumssitzung in Aachen abzuhalten. Zwischen dem Pr√§sidenten und Karl Sion entstand eine pers√∂nliche famili√§re Freundschaft, die von gegenseitigem Vertrauen und Kameradschaft gepr√§gt ist.

Im Juni 1982 hatte der L√∂schzug die seltene Gelegenheit, in der Lindenstra√üe eine realistische Einsatz√ľbung durchzuf√ľhren. Die √úbung fand die Zustimmung der anwesenden Zuschauer. Vom Einsatzbeobachter der Berufsfeuerwehr Aachen gab es Lob f√ľr die Professionalit√§t der √úbung.

Im Juli 1982 wurden drei Mitglieder bei einem Festabend f√ľr 25-j√§hrige Mitgliedschaft geehrt und vom Wehrleiter J. Starke mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW ausgezeichnet.

Unerfreulich war eine Begebenheit in der Weihnachtszeit 1982. Ein durchaus seri√∂ser Eilendorfer B√ľrger bat um Hilfe f√ľr eine "bed√ľrftige alleinerziehende Mutter mit drei Kleinkindern". Daraufhin wurde diese aus der Kameradschaftskasse des L√∂schzuges mit einem Betrag von 1500 DM unterst√ľtzt. Einige Zeit sp√§ter erfuhren die L√∂schzugmitglieder √ľber einen glaubw√ľrdigen Dritten, dass die Geldempf√§ngerin, die von ihrem Ehemann getrennt lebte, das Geld dazu verwendet hatte, f√ľr sich und ihren neuen Lebenspartner eine Reise ‚Äď ohne ihre Kinder ‚Äď nach Mallorca zu finanzieren.

Im Jahr 1982 erhielt Oberbrandmeister Josef Krings f√ľr seine Verdienste um das Feuerwehrwesen und seinen ehrenamtlichen Einsatz f√ľr die B√ľrger, im Rahmen einer Feierstunde das Feuerwehrehrenkreuz in Silber.

Bei der Weihnachtsfeier des L√∂schzuges im Jahr 1982 zeichnete der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes, Joachim Starke, zum ersten Mal Frauen, wegen ihrer Unterst√ľtzung der L√∂schzugmitglieder im sozialen Engagement, aus.

Ein ehrendes Gedenken gilt den verstorbenen Mitglieder der Jahre 1959 - 1982.

Ein Dachstuhlbrand in der Rödgener Straße konnte im April 1983 von Löschzugmitgliedern und Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr schnell gelöscht werden. So konnten größere Schäden an dem Mehrfamilienhaus und den Wohnungen vermieden werden.

Ein kurioses Erlebnis hatten die Wehrm√§nner bei einem Einsatz am 4.6.1983 in der Marienstra√üe. Nachdem der Brand, dessen Schaden auf ca. 35.000 - 40.000 DM gesch√§tzt wurde, gel√∂scht war, halfen die Wehrm√§nner der Hauseigent√ľmerin bei der Entsorgung der unbrauchbar gewordenen Gegenst√§nde. Aufgeregt suchte pl√∂tzlich die gesch√§digte Hauseigent√ľmerin ein Sofakissen, in dem Geld und Schmuck im Wert von ca. 8000 DM eingen√§ht waren. Das Kissen wurde nach langem Suchen im Schuttcontainer gefunden. Diese Begebenheit hat die Eigent√ľmerin bestimmt zu der Einsicht gebracht, k√ľnftig kein Geld und Wertgegenst√§nde in einem Sofakissen einzun√§hen und aufzubewahren.

Ab Anfang 1983 liefen die Vorbereitungen f√ľr die "75-Jahrfeier" des L√∂schzuges auf Hochtouren. Vor allem nahmen die Vorarbeiten f√ľr die Dokumentation als Festschrift, die von Karl Sion bebildert und betextet und die Chronik die von Hubert Beckers erstellt werden sollte, viel Zeit in Anspruch. Es mussten viele Inserenten und Sponsoren geworben werden, damit dieses umfangreiche Werk, das zu den aufwendigsten Feuerwehrfestschriften in der Bundesrepublik z√§hlt und 72.523 DM kostete, finanziert werden konnte. Leider k√∂nnen zu den Einnahmen aus Werbung und Sponsoring keine Angaben gemacht werden, da diese vom Schirmherrn abgerechnet und dem L√∂schzug nicht vorgelegt wurden.


Die Löschzugmitglieder im Jubiläumsjahr 1983

Die Ehrenabteilung im Jubiläumsjahr

Die Einsatzfahrzeuge des Löschzuges im Jubiläumsjahr

           

Im September 1983 gingen die Jubil√§umsfeierlichkeiten zum 75-j√§hrigen Bestehen des L√∂schzuges √ľber die B√ľhne. Die Festlichkeiten waren ins Jahr 1983 vorverlegt worden, da auch der L√∂schzug Haaren 1984 sein Gr√ľndungsfest feiern wollte. Bei dem Festabend konnte eine gro√üe Zahl G√§ste begr√ľ√üt werden, allen voran das gesamte Pr√§sidium des Deutschen Feuerwehrverbandes, aber auch Vertreter der Stadt Aachen, der Eilendorfer Kirchengemeinden und Vereine sowie Firmenvertreter und Feuerwehrm√§nner/-frauen befreundeter Wehren und L√∂schz√ľge. Die Ausstellungen, die von vielen B√ľrgern besucht wurden, waren von Beh√∂rden, zahlreichen Organisationen, Firmen, der Polizei und der Bundeswehr gro√üz√ľgig unterst√ľtzt worden. Ein besonderer H√∂hepunkt war die Festmesse, die von drei Priestern feierlich zelebriert und von einem Chor und einem professionellen Orchester musikalisch begleitet wurde. Es war ein Erlebnis der besonderen Art. Der Festzug fand die Aufmerksamkeit und den Zuspruch der Zuschauer. Es war ein Fest, das die Eilendorfer B√ľrger und die Mitglieder des L√∂schzuges in guter Erinnerung behalten.

        

Auch die polnischen Taubenz√ľchter gratulierten zum Jubil√§um und √ľbersandten einen handgefertigten Wandteppich, der heute den Schulungsraum des L√∂schzuges schm√ľckt.

Anl√§sslich des 75-j√§hrigen Jubil√§ums des L√∂schzuges Eilendorf lud der Oberb√ľrgermeister der Stadt Aachen, Kurt Malangre, zu einem Empfang ins Rathaus ein.
Das Foto zeigt von links nach rechts: Bezirksbrandmeister Hans Schroeder, Frau √Ąnne Struve, Oberb√ľrgermeister Kurt Malangre und den amtierenden Feuerwehrpr√§sidenten Hinrich Struve. Mittig steht als "Ehrengast" Thomas Sion, der schon in jungen Jahren gute Kontakte zu den √ľberregionalen Repr√§sentanten der Feuerwehr pflegen konnte.

Im Rahmen der Jubil√§umsfeierlichkeiten wurde L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion vom Pr√§sidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, f√ľr seine Verdienste um das Feuerwehrwesen und Aktivit√§ten im sozialen und humanit√§ren Bereich mit dem "Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold" ausgezeichnet.

Am 3. Dezember 1983 verstarb im Alter von 82 Jahren der fr√ľhere Wehrleiter Heinrich Lauter. Viele Feuerwehrmitglieder und Eilendorfer B√ľrger erwiesen ihm die letzte Ehre und nahmen Anteil an der Trauer der Angeh√∂rigen. Die Feuerwehrmitglieder halten sein Andenken in Ehren.

Das hat es auch gegeben: einen Tag, nachdem ein Garagenbrand (am 13. April 1984) gel√∂scht worden war, erschien der Besitzer der Garage beim L√∂schzugf√ľhrer um zu erreichen, dass im Einsatzbericht nicht erw√§hnt werde, dass er vor dem Brand mit einem Schwei√üger√§t gearbeitet habe und deshalb in der Garage Gasflaschen gestanden h√§tten. Selbstverst√§ndlich war sein Ansinnen erfolglos, da der L√∂schzugf√ľhrer gar nicht daran dachte, sich des Versicherungsbetruges strafbar zu machen.

Als Pfingsten 1984 an der Grenze zu den Niederlanden (Grenze vor Vaals) einer Gruppe Sinti und Roma die Einreise in die Niederlande verwehrt wurde, war bei der Stadtverwaltung Aachen kein/-e Mitarbeiter/-in in der Lage eine Entscheidung zu treffen, die diesen Menschen geholfen h√§tte. Die Dezernentin, Frau Hagemann, welche um die Hilfsbereitschaft des L√∂schzuges Eilendorf wusste, bat Karl Sion um Hilfe. Diese Hilfe war schnell organisiert und die Menschen erhielten Verpflegung und geeignete √úbernachtungsm√∂glichkeiten, damit vor allem die Kinder, besonders aus gesundheitlichen Gr√ľnden, nicht im Freien √ľbernachten mussten. Nach zwei Tagen kam dann von den niederl√§ndischen Beh√∂rden die Nachricht, dass die Gruppe nach Holland einreisen d√ľrfe.



Im November 1984 hatte ein Siebenj√§hriger gez√ľndelt und deshalb war im Haus Betzelterstra√üe 11 ein Brand entstanden, der einen Schaden von etwa 125.000 bis 140.000 DM anrichtete. Vermutlich hatte der Junge mit einem Freund auf dem Dachboden Feuerexperimente durchgef√ľhrt, die den Brand verursachten. Zun√§chst hatten die Hausbesitzer und die Mieterfamilie versucht, den Brand selbst zu l√∂schen: vergeblich. Daher wurde die Feuerwehr mit Verz√∂gerung alarmiert. Der Einsatz dauerte viele Stunden und zur Sicherheit der Hausbewohner blieben drei L√∂schzugmitglieder als Brandwache die ganze Nacht vor Ort. Das erwies sich auch als angebracht, denn die Flammen loderten immer wieder auf. Der Feuerverursacher lief in Panik von zu Hause weg, sodass er stundenlang gesucht werden musste.

Im Dezember 1984 verstarb das langj√§hrige Mitglied Josef Hahnb√ľck, der immer, wenn er gebraucht wurde, zur Stelle war, sich aber nie in den Vordergrund dr√§ngte. Seine stille und unaufdringliche Art, die ihm zugeteilten Arbeiten zu erledigen, war vorbildlich und dadurch wird er von denen, die ihn gekannt haben, sicherlich nicht vergessen.

Dass Feuerwehrmitglieder in jeder erforderlichen Situation helfen, bewiesen die Mitglieder des L√∂schzuges im Januar 1985 durch die Aktion "Stroh f√ľr Circus Barly". Einzelheiten k√∂nnen dem Pressebericht entnommen werden.

Am Rosenmontag des Jahres 1985 waren die Temperaturen so eisig, dass die Mitglieder des Löschzuges entschieden, statt Kamelle zu werfen, warmen Tee an Kinder und Zuschauer des Karnevalszuges zu verteilen. Diese warme "Tee-Verteil- Aktion" kam äußerst gut an.

Nicht nur Vergn√ľgen war am Rosenmontag 1985 angesagt. Aus ungekl√§rten Gr√ľnden war ein Brand an einem Wohnhaus in der Bruchstra√üe ausgebrochen, der einen Schaden von mehr als 80.000 DM anrichtete. Das Feuer wurde gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr unter Kontrolle gebracht.

Am 27. Februar 1985 kam es nebelbedingt, vor allem auf den Autobahnen, zu Massenkarambolagen, die auch Tote und viele Verletzte forderten. Die Unf√§lle f√ľhrten dazu, dass Autofahrer auf den Autobahnen stundenlang im Stau standen. Daher verteilten Eilendorfer L√∂schzugmitglieder Tee und belegte Br√∂tchen, die aus der L√∂schzugkasse bezahlt wurden, an die Autofahrer.

Im Mai 1985 konnte der L√∂schzug seinen Fuhrpark durch ein neues Mannschaftsfahrzeug komplettieren. Ein Kleinbus, der sich als sehr n√ľtzlich erwies.

Nach 45-j√§hriger Mitgliedschaft wurde im Juni 1985 Josef Contzen in die Ehrenabteilung √ľberstellt. Von 1965 bis 1971 war er Bereitschaftsf√ľhrer der 11. LS- Feuerwehrbereitschaft, von 1966 bis 1971 stellvertretender Wehrleiter und von 1978 bis 1985 stellvertretender L√∂schzugf√ľhrer. Nachfolger als stellvertretender L√∂schzugf√ľhrer wurde das langj√§hrige Mitglied, Oberbrandmeister Josef Krings.

Die Implosion eines Fernsehers verursachte am 21. Juni 1985 einen Wohnungsbrand in der Rödgener Straße, bei dem der Wohnungsbesitzer Rauchvergiftungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Schaden wurde auf 70.000 DM geschätzt.

Am 28. Juni 1985 brach gegen 23 Uhr auf dem Gel√§nde der Firma Valvo in der Philipsstra√üe ein Feuer aus, das sich aufgrund der vorhandenen Materialien schnell zu einem Gro√übrand entwickelte. Zum Einsatz kamen sowohl die Berufsfeuerwehr als auch die L√∂schz√ľge Eilendorf, Aachen-Nord und Aachen-Mitte. Unter der √úberschrift: "Feuer-H√∂lle in Eilendorf" wurde der Einsatz in der Presse dokumentiert.

Anfang 1985 organisierte Karl Sion f√ľr die Jugendlichen des L√∂schzuges eine Fahrt nach S√ľddeutschland und √Ėsterreich Durchgef√ľhrt wurde sie im Oktober desselben Jahres. Es nahmen 6 Jugendliche und 3 Begleiter teil. √úbernachtet wurde bei gro√üen Feuerwehren, sodass keine Hotelkosten anfielen. Da fast jede Feuerwehr anders organisiert ist und einen anderen Fahrzeugpark hat, war jede √úbernachtung ein neues Erlebnis. Die Fahrt f√ľhrte sowohl nach M√ľnchen (einschlie√ülich Oktoberfest) als auch nach Salzburg mit Kutschenrundfahrt und Besuch von Schloss Hellbrunn. Diese Fahrt sollte das Kameradschaftsgef√ľhl st√§rken und den Gemeinschaftsgeist f√∂rdern.
Sonderdokumentation "Jugendfahrt"

Am 17. August 1985 ereignete sich in der Karlstraße ein Wohnungsbrand, der mit hohem Schaden und viel Arbeitsaufwand verbunden war.

"Wehr rettete Schwangere" war die √úberschrift eines Presseberichts nach einem Brandeinsatz am 27. Oktober 1985 im Haus 38 an der Von-Coels-Stra√üe. Alle Bewohner des Hauses wurden vor√ľbergehend im Schulungshaus der Feuerwehr untergebracht und verpflegt. Dadurch entfiel die Unterbringung in Hotels oder Notunterk√ľnften.

Josef Contzen wurde im August 1986 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Die Verleihung, die im Aachener Rathaus stattfand, erfolgte im w√ľrdigen Rahmen durch den Oberb√ľrgermeister Kurt Malangr√©.

Zu einem au√üergew√∂hnlichen Einsatz r√ľckte der L√∂schzug im Jahr 1986 aus: Eine Hausfrau in der Hansmannstra√üe wollte die Arbeitskleidung ihres Mannes in der Waschmaschine statt mit Wasser mit Waschbenzin waschen. Nachdem sie die Maschine mit W√§sche und Waschbenzin bef√ľllt und dann eingeschaltet hatte, gab es einen Knall und die Waschmaschine als auch die Frau standen in Flammen. Die Berufsfeuerwehr und der L√∂schzug Eilendorf, die sehr schnell vor Ort waren, konnten die Frau retten. Sie musste mit schwersten Verbrennungen ins Klinikum gebracht werden, von wo aus sie per Hubschrauber in eine K√∂lner Spezialklinik geflogen wurde, wo sie allerdings verstarb.

Im September 1986 fand in Aachen der Deutsche Katholikentag statt. Auch der L√∂schzug Eilendorf stellte √úbernachtungsm√∂glichkeiten f√ľr ausw√§rtige G√§ste zur Verf√ľgung. Betten und Decken, die aus dem Bestand des zivilen Katastrophenschutzes stammten, wurden vom Malteser Hilfsdienst, der vom Bistum f√ľr die Durchf√ľhrung von Hilfsdiensten eine Viertelmillion Mark erhalten hatte, entliehen. Zur Verwunderung des L√∂schzuges stellte der MHD dem L√∂schzug f√ľr 20 Betten und Wolldecken eine Leihgeb√ľhr von 684 DM in Rechnung, obwohl die Betten und Wolldecken Eigentum der Stadt Aachen waren. Der Vorgang f√ľhrte zu einer Auseinandersetzung zwischen MHD und L√∂schzug, die das Rechtsamt der Stadt Aachen zugunsten des L√∂schzuges kl√§rte. Pl√∂tzlich war die Rechnungsstellung vonseiten des MHD ein "Versehen". Solche Handlungsweisen sind das Ergebnis, wenn Hilfsorganisationen kommerziell gef√ľhrt werden und die "Ehrenamtlichkeit" nur noch als Aush√§ngeschild dient, um Spenden zu bekommen. Dann wird der Gemeinnutz zum Eigennutz.

Als im September 1986 auf dem Parkplatz Geulen an der Von-Coels-Straße, organisiert von der Interessengemeinschaft Eilendorfer "Handel, Handwerk und Gewerbe", eine große Leistungsschau stattfand, beteiligte sich der Löschzug mit einer Fahrzeug- und Oldtimerausstellung, die sehr gut besucht wurde.

Am 27. Oktober 1986 verstarb unser Freund und Gastmitglied des Löschzuges, Bezirksbrandmeister Peter Backes. Mehrere Mitglieder nahmen an seiner Beerdigung teil. Nur durch die Freundschaft mit Peter Backes war es möglich, die Feuerwehrneubauten (Landesfördermittel) zu finanzieren. Sicher wird er, der mit vielen Auszeichnungen, einschl. dem Bundesverdienstkreuz, geehrt wurde, noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Am 16. Dezember 1986 kam es im Geb√§udekomplex der Werbegestaltung Wouters in der Wolfsbendenstra√üe zu einem Gro√übrand. Da in dieser Firma Materialien wie Lacke, Kunststoffe, Holz usw. verarbeitet wurden, waren die Gefahren beim Einsatz nicht zu untersch√§tzen. Es brannten auch die zur Verarbeitung der Materialien erforderlichen Maschinen und Arbeitsger√§te. Obwohl der L√∂schzug und die Berufsfeuerwehr stundenlang im Einsatz waren, konnte ein Totalschaden nicht verhindert werden. Die eisigen Au√üentemperaturen und Schneefall erschwerten die Arbeiten erheblich. Da das Unternehmen alle Fanartikel f√ľr den Fu√üballverein Alemannia Aachen bedruckte und lagerte, verbrannten diese oder wurden unbrauchbar. Der Gesamtschaden wurde vom Betriebsinhaber mit 490.000 DM beziffert. Gl√ľcklicherweise wurden keine Personen verletzt. Die Ursache des Brandes war Brandstiftung der besonderen Art. Diese schilderte der betroffene Unternehmer wie folgt: "Der Brandstifter war unser Auszubildender. Er war ins Lager gegangen, um eine Kanne Nitro aus einem 200-Liter-Fass abzuf√ľllen. Nach seinen Aussagen hat er den Kanister unter den Abf√ľllhahn gestellt und diesen aufgedreht. Gleichzeitig hat ihn seine Neugier in das angrenzende Fanartikellager getrieben, wo er sich mal umschauen wollte. Mittlerweile aber war der Kanister mit Nitro √ľbergelaufen und es war eine Lache von einigen Quadratmetern entstanden. Statt die Lache mit Zellstoff abzudecken, damit diese aufgesaugt w√ľrde, holte er sich im Fanlager ein Feuerzeug, um die Lache anzuz√ľnden und abbrennen zu lassen. Als er merkte, dass die Flammen nicht mehr kontrollierbar waren, hat er, statt Hilfe zu holen, die T√ľren des brennenden Lagers geschlossen und ist in die Druckerei gegangen, um weiterzuarbeiten. Dann gab es eine heftige Explosion, deren Ursache ich und meine Mitarbeiter uns nicht erkl√§ren konnten. Die Explosion hat dann endg√ľltig die Brandkatastrophe ausgel√∂st. Am dritten Tag nach dem Brand hat sich der Auszubildende √ľber seine Eltern gemeldet und - auch gegen√ľber der Kriminalpolizei - sein Fehlverhalten gestanden."

Wasser ist f√ľr die Feuerwehr im Allgemeinen ein wichtiges Element: Schlie√ülich ist Wasser f√ľr das L√∂schen au√üerordentlich n√ľtzlich. Aber in Form von "Hochwasser" ist es nicht erw√ľnscht, da es immer mit Sch√§den verbunden ist. Die Feuerwehr wird vielfach aber aus Bequemlichkeit schon bei einem eingelaufenen Wasserstand von 1 bis 2 cm alarmiert. Dann kann es vorkommen, dass, w√§hrend die Feuerwehreinsatzkr√§fte arbeiten, junge kr√§ftige Hausbewohner unt√§tig (faul) danebenstehen und zuschauen. Das nervt und provoziert. Bei Wassersch√§den, die die Betroffenen nicht selbst beheben k√∂nnen, sind die L√∂schzugmitglieder stets, auch √ľber die vorgeschriebene Hilfeleistung hinaus, gern behilflich. So musste der L√∂schzug im Juni 1992 in und an einem Haus an der Herrenbergstra√üe einmal zwei Tage ohne Unterbrechung helfen, da die Drainage des Hauses √ľberlastet und die Leistung der Hauspumpe zu gering war. Die hinter dem Haus liegende Bergwiese nahm kein Regenwasser mehr auf, sodass die Wassermassen in den Keller des Hauses liefen und die dort stehenden Tanks, die mit Heiz√∂l gef√ľllt waren, aufschwimmen lie√üen. Etwa 1.000 Liter Heiz√∂l mussten in Auffangbecken gepumpt und entsorgt werden.

      

Bei Wassereins√§tzen m√ľssen die L√∂schzugmitglieder nicht immer nur unter Anspannung arbeiten, sodass ein Einsatz dieser Art auch schon mal durchaus eine lustige Angelegenheit werden kann, so wie bei einem Einsatz in der H√ľttenstra√üe. W√§hrend dort die Pumpen zum Absaugen des Wassers in Betrieb waren und die Wehrm√§nner nur die Aufsicht √ľber die eingesetzten Ger√§tschaften wahrnehmen mussten, versuchte eine Hausbewohnerin mit ihrem weiblichen Charme und offenherziger Bekleidung ein L√∂schzugmitglied in ihre Wohnung zu locken. Da ihre Absicht eindeutig erkennbar war, geriet dieses Locken zur Gaudi f√ľr die Einsatzkr√§fte. Dem von der "Dame" begehrten L√∂schzugmitglied war das allerdings offensichtlich peinlich.
Ein Eilendorfer Kaufmann, der eines seiner H√§user an einen Barbesitzer verpachtet hatte, der "liebevolle Damen" besch√§ftigte, pflegte unwetterartige Regenf√§lle immer dazu zu nutzen, die Feuerwehr zu alarmieren, um die in dem Haus vorhandene Kanalisation gereinigt zu bekommen, die durch frauentypische Utensilien verstopft war. Am Tag nach dem Einsatz bekam der L√∂schzug f√ľr diese Drecksarbeit als "Dank" von ihm eine kleine Dose Pralinen aus seinem Alt-Bestand als Lebensmittelgro√üh√§ndler. Wenn Keller, die bei starkem Regen mit Wasser vollgelaufen sind, leer gepumpt werden m√ľssen, kann dies manchmal eine unangenehme Angelegenheit werden. Nicht selten bringt das Wasser unhygienische Gegenst√§nde, F√§kalien, tote Ratten oder M√§use sowie verfaulte Lebensmittel und Unrat an die Wasseroberfl√§che.
Zu einem Wassereinsatz, der von einer Anwohnerin der Bruchstra√üe gemeldet worden war, musste der L√∂schzug am Heiligabend des Jahres 1977 ausr√ľcken. Da alle damaligen Einsatzmitglieder das an der Einsatzstelle Erlebte wohl f√ľr immer in Erinnerung behalten werden, wird dieser Einsatz dokumentiert: Es war Heiligabend gegen 16 Uhr, als der L√∂schzug alarmiert wurde und ausr√ľckte. In die ebenerdige Wohnung der Hausbesitzerin war Wasser, das vom Haarbach stammte, ca. 15 bis 20 cm eingelaufen. In der Mitte des Wohnzimmers stand ein Tisch mit den Weihnachtsgeschenken. Auch eine Stereoanlage war dabei, die mittels Batterien funktionierte und lautstark Rock- und Popmusik von sich gab. Die Kinder tanzten - trotz der √úberschwemmung - um den Tisch und die Mutter hatte Spa√ü. Sie war fr√∂hlich und nahm alles gelassen. Die Einsatzkr√§fte beschenkte sie mit Obst und S√ľ√üigkeiten. Alle nahmen die Pr√§sente, mochten sie aber nicht essen, da sie bei ihrem Einsatz doch recht "Unhygienisches" gesehen hatten, und versteckten das Geschenkte heimlich in den F√§chern der Einsatzfahrzeuge.

Starke Regenf√§lle lie√üen am 27. Februar 1987 den Haarbach √ľber die Ufer treten und zum unkontrollierbaren Bach anschwellen. An zahlreichen Stellen mussten an und in H√§usern Hilfsma√ünahmen erfolgen. Viele Keller mussten leergepumpt werden.

"Brandserie h√§lt die Eilendorfer in Atem" war der Titel eines Presseberichtes √ľber Brandstiftungen und Fehlalarmierungen in Eilendorf. Wie dem Pressebericht zu entnehmen ist, narrte, vermutlich ein Eilendorfer B√ľrger, an den Wochenenden den L√∂schzug st√§ndig durch Fehlalarme. Selbst eine ausgesetzte Belohnung von 500 DM, die zur Ergreifung des T√§ters f√ľhren sollte, blieb ohne Erfolg. Erst durch Eigeninitiative der L√∂schzugmitglieder wurde der mutma√üliche T√§ter ausfindig gemacht. Nachdem man ihn dann wissen lie√ü, dass er verd√§chtigt wurde, h√∂rten die Fehlalarmierungen schlagartig auf

Im Juli 1987 mussten die Mitglieder des L√∂schzuges das langj√§hrige Mitglied Johann Krings, der viele Jahre seines Lebens in den Dienst der Feuerwehr gestellt hatte, zu Grabe tragen. Seine Art als F√ľhrungsmitglied der Wehr war streng, aber korrekt. Disziplin und Einhaltung der Vorschriften erwartete er von den Mitgliedern, war selbst aber auch ein entsprechendes Vorbild. Er war ein F√ľhrungsmitglied, das unvergessen bleibt.

Im September 1987 veranstaltete der L√∂schzug an einem Wochenende "Tage der offenen T√ľr", die mit viel Aufwand durchgef√ľhrt wurden. Neben mehreren Einsatz√ľbungen gab es eine Oldtimer- und Neufahrzeugausstellung, Kinderrundfahrten mit Traktoren und Anh√§ngern, H√∂henfahrten mit einem 50-Meter- Kran, Kinderbelustigungen verschiedenster Art, Essen sowie Kaffee und Kuchen, Getr√§nkest√§nde und am Samstagabend Tanz und Unterhaltung mit Programm. Die Attraktion der Veranstaltung war eine alte Dreschmaschine aus der Sammlung von Karl Sion, die dieser zur Verf√ľgung gestellt hatte und die dank der Sachkenntnis des L√∂schzugf√ľhrers von Aachen-Sief, Peter Radermacher, im Betriebszustand gezeigt werden konnte. Da an dem Wochenende sonniges Wetter herrschte, konnte der L√∂schzug unz√§hlige Besucher begr√ľ√üen. F√ľr die Wehrmitglieder waren es harte Arbeitstage, die dem L√∂schzug aber auch viel Anerkennung und Sympathie einbrachten.

            

Als Karl Sion im Herbst 1987 sein 25-j√§hriges Feuerwehrjubil√§um feierte, konnte man anhand der G√§ste erkennen, welche Rolle er im Kreis der Feuerwehr einnahm. Selbst Oberb√ľrgermeister Kurt Malangr√© und Oberstadtdirektor Dr. Heiner Berger nahmen an der Feier teil. Nur der Leiter der Wehr, Ltd.BD J.Starke, fehlte in der Gratulantenreihe, der aber deswegen vom Vorsitzenden des Fachausschusses Feuerwehr der Stadt Aachen eine massive schriftliche R√ľge erhielt.

      

Eine junge Mitarbeiterin von Karl Sion bat nach ihrem Urlaub, den sie in dem franz√∂sischen Ort Moustiers verbracht hatte, um Hilfe f√ľr die dortige Feuerwehr. Nach ihren Schilderungen musste die dortige Feuerwehr den Feuerschutz mit einem Milit√§r-Lkw aus dem Jahr 1943 durchf√ľhren. Ohne lange zu √ľberlegen, sagte Karl Sion Hilfe zu. Den Ablauf der Hilfsaktion hat die Presse ausf√ľhrlich dokumentiert.

Am 10. Oktober 1987 musste eine brennende Scheune, die in der N√§he eines Wohnhauses stand, gel√∂scht werden. Die Arbeiten dauerten viele Stunden, da brennendes Stroh nicht problemlos gel√∂scht werden kann. Um das angebrannte Stroh ins Freie zu transportieren, stellte der Scheunenbesitzer (Landwirt) zwei seiner Traktoren, die er und sein Sohn bedienten, zur Verf√ľgung. Einige Zeit sp√§ter erhielt die Feuerwehr ein Schreiben mit der Bitte, die Reparaturkosten f√ľr die Traktoren zu ersetzen, da diese angeblich durch den Einsatz angefallen waren. Seine bauernschlaue Denke war: Versuchen kann man es ja.

Bereits im November 1987, als viele B√ľrger noch nicht √ľber Umweltschutz redeten und auch nicht praktizierten, f√ľhrten L√∂schzugmitglieder auf freiwilliger Basis eine S√§uberungsaktion auf Feldwegen, an Bachufern und an Geb√ľschen durch. Mit viel Begeisterung, Gemeinschaftssinn und auch Spa√ü, wurde Unrat und illegal entsorgte Gegenst√§nde, wie zum Beispiel Autoreifen, Beh√§lter mit Alt√∂l, M√∂belteile usw. eingesammelt. Als Lohn und Dank gab es ein gemeinsames Eintopfessen und alkoholfreie Getr√§nke.

6.000 DM spendete der Löschzug im Dezember 1987 einer Familie, die durch Krankheit und Arbeitslosigkeit in Not geraten war. Ihr Eigenheim sollte zwangsverkauft werden, was durch diese Spende verhindert werden konnte.

Der von den Feuerwehren gew√§hlte Leitspruch: Retten - L√∂schen - Bergen - Sch√ľtzen m√ľsste wegen der vielen Hilfsaktionen aller Feuerwehren um das Wort "Helfen" erweitert werden. Wenn Lebkuchen oder S√ľ√üigkeiten auch keine unbedingt lebensnotwendige Hilfe sind, so sind die j√§hrlichen Verteilaktionen, wie der L√∂schzug sie, zus√§tzlich zu anderen Hilfsaktionen, durchf√ľhrt, ein Zeichen daf√ľr, dass keine B√ľrgerin und kein B√ľrger vergessen wird.

Jahrelang, immer im Januar, sammelte der L√∂schzug die zu entsorgenden Weihnachtsb√§ume ein, um dadurch eine kleine Spende f√ľr soziale Projekte zu erhalten. Da diese Aktionen von mehreren anderen Organisationen und Vereinen nachgeahmt wurden, hat der L√∂schzug das Einsammeln der Weihnachtsb√§ume eingestellt.

Der L√∂schzug Verlautenheide √ľbernahm vom L√∂schzug Eilendorf das L√∂schgruppenfahrzeug LF 16, das 1962 in Dienst gestellt worden war und sich noch in Bestzustand befand. Als Ersatz erhielt Eilendorf zwei neue Bundesfahrzeuge, die den Einsatzwert des L√∂schzuges deutlich verbesserten.

Ekelerregende bzw. "unhygienische" Eins√§tze geh√∂ren leider auch zu den Aufgaben, die die Feuerwehr erledigen muss. So musste im Juni 1988 ein Feuer in einer Wohnung in der Stra√üe "Am Bongard" gel√∂scht werden, in der sich Berge leerer Konservendosen und Verpackungen von Fertigessen, leere Flaschen von alkoholischen und nichtalkoholischen Getr√§nken sowie verdorbene Lebensmittel und Unrat stapelten. Nachdem die L√∂scharbeiten beendet waren, hat das Ordnungsamt die Wohnung aufgrund der unhygienischen Zust√§nde f√ľr nicht mehr bewohnbar erkl√§rt und amtlich verschlossen.

      


Schilderung der Aktion "Milka-Kuh":
"Der Eilendorfer Severinusplatz sollte 1988 durch einen Brunnen und ein Denkmal versch√∂nert werden. Das Denkmal, eine Kuh mit einem dahinter dr√ľckenden Jungen, sollte kurzfristig aufgestellt und pr√§sentiert werden. Da Scherze zum Lebensalltag von Karl Sion geh√∂ren, hatte er die Idee, diese Brunnen- und Denkmaleinweihung, die eine Posse war, auch als Posse deutlich zu machen. Einem Ger√ľcht zufolge hatte man das Denkmal, Kuh und Junge, zu einem Sonderpreis erwerben k√∂nnen, weil der urspr√ľngliche Besteller sich geweigert haben soll, dem K√ľnstler das Werk wegen zwei fehlender Zitzen abzunehmen.
In fr√∂hlicher Runde kam Karl Sion der Gedanke, einen Eilendorfer Maler zu fragen, was es kosten w√ľrde, eine lebensgro√üe Kuh aus Holz als "Milka-Kuh" zu bemalen. Seine Antwort konnte so verstanden werden, dass das mit ein paar Bierchen abgetan sei. Also wurde der Gedanke zum Auftrag. Josef Wermeester, ein Mitglied des L√∂schzuges, schreinerte die Kuh und der Maler bemalte sie. Als die Kuh abgeholt wurde, wollte der Maler, entgegen seiner fr√ľheren Aussage, 400 DM haben. Seine Aussage war: "400 DM bezahlen oder keine Kuh". Da keiner mit so einer Erpressung rechnen konnte, anderseits keine andere Wahl bestand, musste Karl Sion als Ideen- und Auftraggeber den Betrag aus eigener Tasche bezahlen, was er aber bis heute nicht bereut. Die Milka-Kuh wurde versteckt und in einer Nachtaktion, kurz bevor die Original-Kuh aufgestellt wurde, am Brunnen platziert. Obendrein wurde anstelle des Jungen eine Schaufensterpuppe danebengestellt, die einem Eilendorfer B√ľrger sehr √§hnlich war. Nat√ľrlich wurde die Presse verst√§ndigt und mit Heini Mercks als Marktmeister wurden im Vorfeld die Details der "Denkmalenth√ľllung" abgesprochen. Am fr√ľhen Morgen des 29. August 1988, ein paar Stunden nach der n√§chtlichen Aufstellung der "Duplikat-Kuh", durften die Beteiligten die Enth√ľllung der Kuh von der oberen Etage des M√∂belhauses Kr√ľttgen beobachten. Weil an diesem Tag Wochenmarkt war, waren viele B√ľrger auf dem Severinusplatz. Heini Mercks enth√ľllte im Beisein der Pressevertreter das "Denkmal", und es dauerte nicht lange, bis der damalige Bezirksvorsteher kam. Wahrscheinlich war er von einem Informanten verst√§ndigt worden. Sein Gesichtsausdruck spiegelte seine Ver√§rgerung wider. Nach dem ersten Schock verschwand er und kam kurze Zeit sp√§ter mit dem Gesch√§ftsstellenleiter der Volksbank (Spenderin des Denkmals) zur√ľck. Es folgte eine kleine Beratung und beide waren wieder weg. Dann war wohl ein Ausweg aus der peinlichen Situation gefunden, die alle Beteiligten staunen lies. Der Bezirksvorsteher kam alleine zur√ľck und tat so, als sei auch er an dem Scherz beteiligt gewesen. Kommentar: "So k√∂nnen nur Politiker sein." Fazit: Alle Beteiligten hatten Spa√ü und die Eilendorfer eine Kuh mit nur zwei Zitzen, die keinerlei Bezug zum Ort hat. Besonders das Schild, auf dem der Name der Spenderin mit "Bonbon-Bank" angegeben war, war f√ľr die Bank √§rgerlich.

Bei der Eilendorfer 750-Jahrfeier am 3. und 4. September 1988 beteiligte sich der L√∂schzug mit einer Ausstellung von Feuerwehrfahrzeugen und Ger√§tschaften, die gro√ües Interesse fand. Am Festzug nahm der L√∂schzug mit Einsatz- und Oldtimerfahrzeugen teil. Auch die Jugendfeuerwehr konnte sich durch √úbungsvorf√ľhrungen bei der Bev√∂lkerung positiv darstellen.

                

Am 16. Oktober 1988 war es im Stadtteil Eilendorf stockdunkel geworden: Der Strom war ausgefallen. Der L√∂schzug musste mit allen zur Verf√ľgung stehenden Aggregaten helfen, aber gleichzeitig auch den Brand in der Tuchfabrik K√∂nigsberger bek√§mpfen, der den Stromausfall ausgel√∂st hatte.

Am 18. Oktober 1988 musste in der Breitbendenstraße ein Pkw, der in der Garage in Brand geraten war, gelöscht werden. Nicht nur der Pkw, auch die Garage konnte als Totalschaden bezeichnet werden.

Zur Abwechslung vom Feuerwehrdienst und zur F√∂rderung und Pflege der Kameradschaft werden Ausfl√ľge und Kameradschaftsabende durchgef√ľhrt. Die Ausfl√ľge waren bis 1971 Wanderungen, dann eine Fahrt mit dem legend√§ren "Klingenden Rheinl√§nder" sowie Busreisen √ľber zwei Tage an die Mosel oder den Rhein. Aus finanziellen Gr√ľnden finden aber die meisten geselligen Zusammenk√ľnfte im Feuerwehrhaus statt.

                  

1989 wurde der Wehrleiter, Leitender Branddirektor Joachim Starke, in den Ruhestand verabschiedet und Branddirektor Dr.-Ing. Dieter N√ľ√üler √ľbernahm die Wehrleitung der Feuerwehr Aachen.

Als der L√∂schzugf√ľhrer Karl Sion am 1. Juni 1989 seinen 50. Geburtstag feierte, stellten in der Nacht die L√∂schzugmitglieder einen lebensgro√üen Feuerwehrmann vor seinen Hauseingang und erschienen abends, zusammen mit einer Musikkapelle, zum Gratulieren. Die √úberraschung war gelungen.

Bei einem Wohnungsbrand in der Hansmannstraße konnten die Mitglieder des Löschzuges einem Kleinkind das Leben retten, indem sie es aus seinem Schlafsack, aus dem es ohne Hilfe nicht herauskam, befreiten und in Sicherheit bringen konnten. Das Verhalten der Eltern, das Kind wegen eines Gaststättenbesuches unbeaufsichtigt zu lassen, war unverantwortlich.

Am 22. August 1989 fand eine gemeinsame Gro√ü√ľbung der L√∂schz√ľge Eilendorf und Brand zusammen mit dem THW Aachen auf dem Gel√§nde der "Nerzfarm Bartz", Kellershaustra√üe, statt. Nach dieser √úbung sollte am 9. September das √úbungsobjekt vom THW Aachen gesprengt werden. Dies gelang trotz intensiver Vorbereitungsarbeit aber nicht, was die Zuschauer lustig fanden. Das Geb√§ude musste in Handarbeit zum Einsturz gebracht werden.
Sonderdokumentation "Nerzfarm Bartz"

Da sich bei der Kommunalwahl 1989 die Mehrheitsverh√§ltnisse in Aachen zwischen den Parteien SPD und CDU ver√§ndert hatten, verlor Wilhelm Schroeder (CDU) seine √Ąmter als "Fachausschussvorsitzender f√ľr Feuerwehrangelegenheiten" und Bezirksvorsteher. Die Niederlage der Eilendorfer CDU f√ľhrte auch in der Interessengemeinschaft Eilendorfer Vereine zu einer heftigen Krise, sodass der L√∂schzug aus dieser Gemeinschaft austrat. Die konfuse Denkschrift vom Mai 1983 des Bezirksvorstehers, der gleichzeitig Vorsitzender der Interessengemeinschaft Eilendorfer Vereine war, wurde von allen Gemeinschaftsmitgliedern negativ beurteilt. Sie zeigte, wie gespalten die angeblich solidarische Gemeinschaft in Wirklichkeit war. Die Solidarit√§t bestand vermutlich aus der Diktatur des Vorsitzenden.

Nach einem Einsatz in der Severinstra√üe konnte Karl Sion den jugendlichen Brandverursacher, der un√ľberlegt im Zimmer Feuerwerksk√∂rper gez√ľndet hatte, vor einer geh√∂rigen Strafpredigt und "mehr" bewahren, indem er den Vater, den er aus Jugendtagen kannte, an dessen eigene Streiche erinnerte.

Ein orkanartiger Sturm riss am 27. Januar 1990 das Kirchturmkreuz von St. Severin aus der Verankerung und es drohte in die Tiefe zu st√ľrzen. Die Einsatzkr√§fte des L√∂schzuges und die der Berufsfeuerwehr konnten nicht helfen, da keine entsprechende Leiter zur Verf√ľgung stand und es auch sonst keine M√∂glichkeit gab, auf den Turm zu steigen. Auch ein Hubschrauber, der von der in Merzbr√ľck stationierten belgischen Armee angefordert worden war, musste wegen der Windverh√§ltnisse seinen Einsatz abbrechen. Als endlich Windstille herrschte, hat eine Spezialfirma das Kreuz demontiert und mit einem entsprechenden Kran in die Tiefe bef√∂rdert.

Ab dem Fr√ľhjahr 1990 wurden vom L√∂schzug humanit√§re Hilfsaktionen f√ľr Ru√üland und die Ukraine durchgef√ľhrt, bei denen Hilfsg√ľter von betr√§chtlichem Umfang und Wert zusammenkamen. Die Aktionen wurden von der Staatskanzlei D√ľsseldorf finanziell unterst√ľtzt. Alle Vorarbeiten f√ľr die Hilfstransporte wurden von den Mitgliedern, den Frauen und Freunden der L√∂schzugmitglieder und mit Unterst√ľtzung von befreundeten Firmen durchgef√ľhrt. Viel Arbeit und Zeit wurde investiert, daf√ľr gab es aber auch in Lemberg/Ukraine viel pers√∂nlichen Dank. Freundschaften entstanden und eine dieser Freundschaften f√ľhrte 1995 zur Heirat von Thomas und Olena Sion. Die Fahrt in die Ukraine war Neuland und deshalb mit Anspannung verbunden. Die Kolonnenfahrt mit zehn Gro√ülastwagen und drei Begleitfahrzeugen war f√ľr die Fahrer eine echte Herausforderung, bei der sie ihr Fahrk√∂nnen unter Beweis stellen mussten. Am Grenz√ľbergang von Polen zur Ukraine fuhr die Kolonne in Richtung L¬īviv/Lemberg weiter, ohne dass bemerkt wurde, dass ein Gro√ülastwagen, der mit zwei Eilendorfer L√∂schzugmitgliedern besetzt war, noch nicht die Grenze passiert hatte. Die Fahrer des vergessenen Lkws, die keine ukrainischen Sprach- und Lesekenntnisse hatten, mussten auf vereisten und zugeschneiten Stra√üen und mit f√ľr sie nicht lesbaren Wegweisern den Weg nach L¬īviv/Lemberg auf gut Gl√ľck suchen. Zu allem √úberfluss wurde ihr Lkw auch noch wenige Kilometer hinter der Grenze von einem ukrainischen Lkw, der einem Panzerfahrzeug glich, gerammt. Ob dieser Zusammensto√ü Absicht der Ukrainer oder Zufall war, kann man im Nachhinein nicht beurteilen. Als die Eilendorfer Fahrer versuchten, mit dem ukrainischen Lkw-Fahrer die Situation irgendwie mit >H√§nden und F√ľ√üen< zu kl√§ren, entstiegen dem ukrainischen Lkw f√ľnf angetrunkene M√§nner, die den L√∂schzugmitgliedern gestikulierend und unmissverst√§ndlich zu verstehen gaben, dass es besser f√ľr sie w√§re, ohne weitere Kl√§rung weiterzufahren. Das geschah auch. Trotz aller Schwierigkeiten kamen die Fahrer genervt, niedergeschlagen und wegen des >Vergessen-worden-Seins< ver√§rgert in L¬īviv/Lemberg an.
Auf der Heimfahrt, die am Sylvestertag erfolgte, wurde, da der L√∂schzug Aachen-Nord propagierte mit der Feuerwehr Naumburg ein freundschaftliches Verh√§ltnis zu unterhalten, aus Kostengr√ľnden dort √ľbernachtet. Diesen Jahreswechsel werden wahrscheinlich alle Fahrteilnehmer in unguter Erinnerung behalten. Die erhoffte Gastfreundschaft war aber eine Traumvorstellung. Weder eine angemessene Verpflegung noch ordentliche Schlafgelegenheiten wurden zur Verf√ľgung gestellt. F√ľr alle war der nackte Fu√üboden das Bett. Die unzivilisierte "Gastfreundschaft" entsprach nicht der Ost-West-Harmonie, die die Ostdeutschen von den Westdeutschen einforderten.

F√ľr den L√∂schzug hat die Pressearbeit einen hohen Stellenwert. Denn um Hilfsaktionen und Veranstaltungen erfolgreich zu gestalten, ist er auf die Unterst√ľtzung der lokalen Presse angewiesen. F√ľr Karl Sion war es ein Vorteil, dass er mit vielen Redakteuren ein freundschaftliches Verh√§ltnis unterhielt.

Im Juni 1990 musste der L√∂schzug zu einem Brand ausr√ľcken, der in einem Wohnhaus in der Kaiserstra√üe entstanden war. Nachdem die Flammen gel√∂scht waren, fand man eine 76-j√§hrige Frau tot, verbrannt, in ihrem Bett liegend. Die Leiche, die von den Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr geborgen wurde, war bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Die n√∂tigen Einsatzarbeiten wurden, da die Mitglieder des L√∂schzuges mit der Situation √ľberfordert waren, nur von Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr durchgef√ľhrt.

Am 28. September 1990 wurde der L√∂schzug am selben Tag gleich zweimal gefordert. Gegen 12.30 Uhr l√∂ste ein Fernsehger√§t in der Br√ľckstra√üe einen Brand aus und gegen 15 Uhr mussten in einem Industriebetrieb gr√∂√üere Mengen brennender Farbe mit Schaum gel√∂scht werden.

Obwohl mit den L√∂scharbeiten schnell begonnen worden war, richtete am 13. Oktober 1990 ein Brand, der vermutlich durch Schwei√üarbeiten entstanden war, in der Tuchfabrik "K√∂nigsberger" (fr√ľher Fuss) in der Kalkbergstra√üe einen Schaden von 150.000 DM an.

Einmal j√§hrlich weist der L√∂schzug mit einer √úbung der Wehrleitung, der Verwaltung und der √Ėffentlichkeit seinen Leistungsstand nach. Solch eine √úbung umfasst Aufgaben aus dem Bereich der Brandbek√§mpfung und der technischen Hilfeleistung. Da der L√∂schzug die Einsatz√ľbungen vorher nicht probt, kann es bei diesen Vorf√ľhrungen durchaus vorkommen, dass Mitglieder Fehler machen. Werden diese berechtigt kritisiert, ist das ein Zeichen, dass die Beobachter und Zuschauer nicht nur zum Zeitvertreib anwesend waren. Auch der L√∂schzugf√ľhrer einer Einheit muss st√§ndig praktisch √ľben, damit er im Einsatzfall keine Fehlentscheidungen anordnet.

Am 16. Oktober 1990 √ľbte der L√∂schzug so realistisch, dass die √úberschrift in der Presse am n√§chsten Tag lautete: Fehlalarm: Eilendorfer Wehr narrt Kollegen von der Berufsfeuerwehr.


Informationen √ľber den L√∂schzug Eilendorf finden Sie unter:

Löschzug Eilendorf